Gastronomen für die Gesellschaft
Region, 22.05.2020
Diesen Artikel
22.05.2020 05:30
Drucken Vorlesen Senden
Leserbrief
82

Region. Obwohl die meisten Gastronomen in der Coronakrise selbst von Existenzängsten geplagt werden, setzen sich viele von ihnen gerade jetzt für andere ein. Weil die Vorratskammern ohnehin voll waren, bot zum Beispiel das Weinheimer „Esszimmer“ an, allen ein kostenloses Essen bis vor die Haustür zu bringen, die sich wegen des Virus nicht ausreichend versorgen können.

Gastronomen, die sich für Menschen einsetzen, denen es – aktuell oder dauerhaft – nicht so gut geht, das hat Zukunft und könnte zum Beispiel mit dem Konzept des „Caffè Sospeso“ (auf Deutsch etwa: aufgeschobener Kaffee) ausgebaut werden. Die Idee entstand wohl in Neapel: Außer dem eigenen Kaffee bezahlt man noch einen zweiten. Dieser wird aber nicht direkt ausgeschenkt, sondern notiert und auf Nachfrage an jemanden herausgegeben, der ihn sich selbst nicht leisten kann. So kann man Menschen, die knapp bei Kasse sind, mit wenig Aufwand einen alltäglichen Moment der Freude schenken – nicht nur mit Kaffee, sondern etwa auch mit einer Mahlzeit, einem Haarschnitt oder einem Brötchen. In Weinheim gibt es den „Caffè Sospeso“ zum Beispiel im Generationentreff „Das Wohnzimmer“ in der Weststadt.

Es ist nie zu früh, um sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Schon gar nicht in Krisenzeiten. Die Redaktion der Weinheimer Nachrichten und Odenwälder Zeitung blickt nach vorne. In den vergangenen Monaten haben wir uns verändert. Wir haben gelernt, dass es funktionierende Alternativen zu unseren Gewohnheiten gibt. Veränderung kann sich gut anfühlen. Und noch dazu nachhaltiger, gesünder und sozialer sein. 
Anna Meister, Theresa Horbach und Paul Pflästerer haben zehn Dinge zusammengetragen, die wir jetzt beibehalten sollten. 

SOCIAL BOOKMARKS
22.05.2020 05:30
Drucken Vorlesen Senden
Ihre Meinung interessiert uns