Geld als Grund für Zölibat?
11.01.2020
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11.01.2020 05:00
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Leserbrief
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Zum Thema katholische Kirche

Vor einigen Tagen erfuhr ich aus den Medien, dass sich der Ruhrbischof Franz-Josef Overbeck zum Thema Zölibat und die Stellung der Frau in der Kirche wie folgt geäußert hat: „Der Zölibat und Ehelosigkeit sei eine schwere Last für die Priester. Über das Thema muss debattiert und es müssen Konsequenzen gezogen werden. Auch über die Stellung der Frau in der Kirche muss diskutiert werden; es ist nicht akzeptabel, dass sie von vielen Ämtern ausgeschlossen werden.“ Ich finde diese Äußerung sehr mutig und sie macht Hoffnung, dass sich auch im Vatikan vielleicht etwas bewegt. Das Thema Zölibat ist ja schon seit Jahren ein Dauerbrenner. Der ehemalige Dominikanermönch David Rice teilte in seinem Buch „Kirche ohne Priester“ mit, dass mindestens 50 Prozent der Priester nicht sexuell enthaltsam leben. Der Theologe David Berger outete sich als schwul und teilte in einer Veröffentlichung mit, dass es in der katholischen Kirche die größte transnationale Schwulenorganisation gibt. Für die nicht Eingeweihten: In der Frühkirche gab es lange Zeit kein Zölibat. Es wurde erst im 12. Jahrhundert eingeführt. Es ist verbürgt, dass sich dahinter massive Interessen der Kirche verbargen. 1. Ein zölibatär lebender Priester war besser unter Kontrolle zu halten. 2. Der Klerus besaß oft nicht unerheblichen Grundbesitz und Herrschaftsrechte, welche an die Kinder weitergegeben wurden. Die Kirche hatte aber großes Interesse, diese Erbteilung zu verhindern und den Besitz für sich zu erhalten. Der Dominikanerpater Zander nannte in seinem Buch „ Zehn Gründe für den Zölibat“ noch folgenden Grund: Es würde die Kirche Unsummen kosten, wenn ein Priester stirbt und Witwenrente gezahlt werden müsste. Ist es vielleicht immer noch ein finanzieller Aspekt, der eine Rolle spielt? Es darf spekuliert werden.

Wilhelm Kleinhubbert, Hemsbach

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