Hälfte der Miete wird in die Gebäude investiert
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17.08.2021 05:05
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Weinheim. Hochbetrieb herrscht zurzeit bei der Baugenossenschaft im Bereich der Gebäudeaußensanierung. Gerüste stehen an den Häusern der Genossenschaft in der Rosenbrunnenstraße, Fichtestraße, Humboldtstraße und der Breslauer Straße sowie am Multring. „Vorrangiges Ziel ist es neben der Neubautätigkeit, den Gebäudebestand zu erhalten, zu modernisieren und energetisch zu verbessern“, so Vorstandsvorsitzender Lorenz Freudenberg.

„Die Arbeiten werden immer von oben nach unten durchgeführt, um Gefahrensituationen zu vermeiden, aber auch um die neue Fassade nicht zu beschmutzen oder zu beschädigen“ erklärt Geschäftsführer Axel Langel. So wird jeweils das Dach überprüft und je nach Alter komplett erneuert. Bei einer Erneuerung wird auch die Dämmung auf den aktuellen Stand der Energiesparverordnung gebracht. Je nach Alter der Fenster werden diese ebenfalls gegen Energiesparfenster ausgetauscht. Die Fassade wird gereinigt und neu gestaltet. Meist finden in diesem Zuge auch Arbeiten im Bereich der Außenanlage statt.

Bezahlbare Wohnqualität

Aktuell sind von den Modernisierungsmaßnahmen 52 Wohnungen und acht Einfamilienhäuser betroffen. „Vorstand und Aufsichtsrat der Genossenschaft haben den Investitionen in den Gebäudebestand höchste Priorität eingeräumt, um eine gute und bezahlbare Wohnqualität für die Mitglieder der Genossenschaft zu gewährleisten“, so Aufsichtsratsvorsitzende Jörg Soballa. Daher hat man sich entschlossen, die technische Abteilung um eine Stelle zu erweitern. Im Bereich der eigenen Gebäudeverwaltung ist somit fast die Hälfte der Mitarbeiter mit der Unterhaltung des Gebäudebestands beschäftigt.

Die eigentlichen Arbeiten werden hauptsächlich an Handwerkerfirmen vergeben. So wickelt die Genossenschaft jedes Jahr über 4000 Kleinreparaturen und mehrere Großmaßnahmen ab. Hierzu konnte sich die Genossenschaft zusätzlich die Unterstützung von zwei externen Architekten sichern. Die Leitung der technischen Abteilung obliegt der Architektin Hanny Panchyrz, die sowohl Verantwortung bei der Oberbauleitung im Neubaubereich als auch für die Gebäudeunterhaltung trägt.

Einschließlich eigener Technikerleistungen investiert die Genossenschaft rund fünf Millionen im Jahr in Erhaltungsmaßnahmen des Gebäudebestands. Dies ist gut die Hälfte der Mieteinnahmen.

Wie die Baugenossenschaft mitteilt, wird der vorübergehende Leerstand bei Wohnungswechseln in über 80 Prozent der Fälle genutzt, um Arbeiten durchzuführen. Neben kleineren Maßnahmen, wie zum Beispiel Erneuerung Bodenbelag, werden bei über 30 Wohnungen Komplettsanierungen mit sieben Gewerken und einem Volumen von durchschnittlich 70 000 durchgeführt. Die Baugenossenschaft bedauert, dass es immer wieder zu Versicherungsschäden kommt. Oft seien dies Wasserschäden, von denen mehrere Wohnungen betroffen sind.

Auch die Neubautätigkeit der Genossenschaft schreitet voran. In der Händelstraße sind zurzeit nach dem Abriss der Altsubstanz 32 Wohnungen im Bau. Der Rohbau ist fast fertig. Es besteht ein Wohnungsmix von Zwei- bis sogar Fünfzimmerwohnungen. Die Investitionen werden dort sieben Millionen Euro betragen. Der Bezug ist für Mitte 2022 zu erwarten.

In der Körnerstraße wird zurzeit die Baugrube für eine Tiefgarage ausgehoben. Die Baugenossenschaft dort von wesentlichen Erschwernisse, da zum einen belasteter Boden entsorgt werden musste. Zum anderen war es Ziel, die Tiefgarage möglichst groß zu planen, um die Parksituation im gesamten Wohngebiet zu verbessern. Hierdurch seien umfangreiche Spundungsmaßnahmen erforderlich geworden, um ein Abrutschen der Nachbargebäude sowie der Straße und der Nachbargrundstücke zu vermeiden.

Baukosten von 7,1 Millionen

In der Körnerstraße entstehen 24 Zwei- und Dreizimmerwohnungen. Die Wohnanlage ist insbesondere für ältere Menschen, aber auch für Singles geeignet. Die Baukosten sind mit 7,1 Millionen kalkuliert. Ein Bezug der Wohnungen wird bei zügigem Baufortschritt für Frühsommer 2023 erwartet.

Auch die Baugenossenschaft und die beauftragten Handwerker spüren die Auswirkungen der Pandemie in den Lieferketten. Viele Materialien sind kaum verfügbar. Diese Verknappung führt auch zu teilweise erheblichen Preissteigerungen und zeitlichen Verzögerungen.

Handwerker aus Weinheim

Die Baugenossenschaft beschäftigt fast ausschließlich Handwerker aus Weinheim und dem engeren Umfeld. Zurzeit sind über 200 Handwerkskräfte sowie Fachingenieure für die Genossenschaft tätig. Dies ist mehr als das Zehnfache des eigenen Personalbestandes.

Mit den meisten Handwerksbetrieben besteht seit Jahrzehnten eine vertrauensvolle Zusammenarbeit, sodass die Baugenossenschaft davon ausgeht, dass sich die Kostensteigerungen in Grenzen halten, um dem Ziel, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, nachzukommen.

Baugenossenschaft Weinheim

Zurzeit verwaltet die Baugenossenschaft Weinheim 2500 Miet- und Eigentumswohnungen. Sie ist damit der größte Verwalter von Wohnimmobilien in Weinheim und Umgebung.

Die Genossenschaft versetzt ihren Wohnungsbestand durch Neubau oder Renovierung kontinuierlich in einen attraktiven Zustand.

Die Bilanzsumme beträgt 55,9 Millionen Euro. Das haftende Eigenkapital beläuft sich auf 45,2 Millionen Euro.

Unternehmensziel ist vorrangig die Förderung der Mitglieder durch eine gute, sichere und sozial verantwortbare Wohnungsversorgung.

Die Baugenossenschaft Weinheim hat aktuell rund 3500 Mitglieder.

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