„Herkulesaufgabe kommt auf uns zu“
Rhein-Neckar, 20.09.2022
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20.09.2022 15:55
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Rhein-Neckar. „Die Lage ist ausgesprochen ernst, denn angesichts der jüngsten Flüchtlingszahlen müssen wir davon ausgehen, dass eine Herkulesaufgabe auf uns zukommt.“ Mit dieser Aussage hat sich am Montag Landrat Stefan Dallinger an die Öffentlichkeit gewandt.

Der Rhein-Neckar-Kreis und die Kommunen würden „mit Hochdruck“ daran arbeiten, weitere Aufnahmekapazitäten zu schaffen, da die derzeitigen Unterbringungskapazitäten stark ausgelastet seien. Dazu suche man größere Immobilien – wie ehemalige Hotels oder Pensionen, Supermärkte oder Pflegeheime –, in denen Flüchtlinge untergebracht werden können.

Im schlimmsten Fall Sporthallen

Im schlimmsten Fall müssten wohl auch Sporthallen wieder als Notunterkünfte genutzt werden. Dabei hatte der Rhein-Neckar-Kreis mit Beginn des neuen Schuljahres die Kreissporthalle (KSH) in Weinheim wieder für den Schul- und Vereinssport freigegeben, nachdem dort im Frühjahr noch mehr als 200 Flüchtlinge aus der Ukraine vorübergehend untergebracht worden waren.

Die aktuelle Lage beschreibt der Rhein-Neckar-Kreis so: „Es könnte sich die Situation ergeben, dass auch der Rhein-Neckar-Kreis wieder kurzfristig Notunterkünfte schaffen muss.“ In diesem Jahr seien bereits 130 000 Menschen nach Baden-Württemberg geflüchtet, davon 115 000 Flüchtlinge aus der Ukraine und 15 000 Menschen aus anderen Ländern, die Asyl beantragen.

Deutliche Zuwächse

„Das sind deutlich mehr als im Krisenjahr 2015“, macht das Landratsamt in einer Mitteilung deutlich. In den Sommerferien seien laut einer Mitteilung des baden-württembergischen Ministeriums der Justiz und für Migration von Woche zu Woche deutliche Zuwächse zu verzeichnen gewesen. Derzeit befinden sich im Rhein-Neckar-Kreis 1443 Personen in der vorläufigen Unterbringung, der Zugang im August lag bei 254 Personen.

Deshalb sei man dringend darauf angewiesen, weitere Kapazitäten zu schaffen. Doch die Akquise neuer Unterkünfte werde immer schwieriger, erklärt die zuständige Dezernentin im Landratsamt, Doreen Kuss.

„Herausfordernde Zeiten“

Und Landrat Dallinger ergänzt: „Wir erleben herausfordernde Zeiten und müssen in diesen als solidarische Gemeinschaft zusammenstehen. Wir bitten alle Menschen, die im Rhein-Neckar-Kreis eine größere Immobilie zur Verfügung haben, herzlich um ihre Mithilfe, damit wir den Flüchtlingen Schutz und zumindest ein Stückchen Normalität bieten können.“ pro/–

Info: Unterbringungsangebote können per E-Mail gemeldet werden an:  unterkunftukraine@rhein-neckar-kreis.de.

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