Kaum einer merkt es
25.01.2020
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25.01.2020 05:00
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Leserbrief
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Flaute bei Windkraft

WN/OZ vom 13. Januar

Dieser Artikel bestätigt das Dilemma der Energiewende in Deutschland. Zuverlässige Energielieferanten wie Kohle-, Gas- und Atomkraftwerke werden abgeschaltet und der fehlende Strom im Ausland eingekauft. Unsere Politiker liefern uns schutzlos der Stromlobby aus.

So was nennt man schlicht „Lizenz zum Gelddrucken“ für die Stromanbieter. 1976, nach der Ölkrise, gab es in Karlsruhe das Fach „Nichtkonventionelle Energietechniken“. Sonnen-, Wind-, Erdwärme-, Gezeiten- und Strömungsenergie wurden behandelt. Von Biosprit oder -gas, Brennstoffzellen und Kraft-Wärmekopplung war noch nicht die Rede. Fazit: So lange wir nicht in der Lage sind, die Energie wirtschaftlich zu erzeugen, wenn sie gebraucht wird, oder zu speichern, wird es nur Kosten geben, aber keine Lösung.

Genau in dieser Phase sind wir jetzt. Seinerzeit wurde auch die Kernfusion betrachtet, hin und wieder wurden Fort-schritte veröffentlicht. Dann aber schlief das Ganze ein, Sprit war wieder ausreichend vorhanden und „kostengünstig“. Nun zur Windkraft. Die Auslastung oder der Nutzungsgrad ist bei der Windkraft am geringsten, weil: Kein Wind – keine Energie, weht zu viel Wind – keine Energie, weht der Wind und stellt Energie zur Verfügung, ohne dass der Bedarf da ist, muss die Energie ins Ausland verschenkt werden. Und wir bezahlen das auch noch.

Die Abschaltung von Philippsburg II zeigt auch, dass wir keine Lösung dafür haben, wie die Energiewende erreicht werden soll. Nun kaufen wir die Energie teuer im Ausland ein und bekommen den gleichen „schlechten“ Strom wie vorher. Die Sache mit den erneuerbaren Energien ist schon deshalb ein Flop, weil es diese gar nicht gibt, denn dann hätten wir sie schon längst.

Auf Deutsch: Wir haben zwar ein Gesetz für die erneuerbare Energie, aber wir haben keine erneuerbare Energie. Eine grandiose Leistung unserer Politiker, uns so auf die Schippe nehmen zu können und kaum einer merkt es. Warum gibt es nicht die Vorschrift, dass auf jedes Dach mindestens eine Solaranlage für Stromerzeugung und eine für Heißwasserzubereitung, ein Klewian (kleine Windanlage) und, etwa im Keller, ein Energiespeicher stehen muss? Das heißt, Staat und Energieriesen haben keine Kontrolle über den Verbrauch. Das will man auch nicht, wir sollen weiter die gut zu melkende Kuh bleiben.

Dieter Ludwig, Weinheim

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