Keine Mängel beim Betrieb des Bades
Weinheim, 25.07.2020
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25.07.2020 08:22
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Weinheim. Am 29. Dezember 2019 wurden rund 1500 Besucher des Weinheimer Freizeitbades Miramar evakuiert, nachdem zahlreiche Bade- und Saunagäste über Atemwegsreizungen geklagt hatten. Insgesamt begaben sich damals 45 Personen vorübergehend in medizinische Betreuung. Drei Menschen wurden ins Krankenhaus gebracht, von denen eine Person zur Beobachtung über Nacht blieb (wir berichteten). Wie die Staatsanwaltschaft Mannheim am Freitag mitteilte, wurde das Ermittlungsverfahren jetzt eingestellt. „Die Ursache für die gehäuft auftretenden Atemwegsreizungen war im Ergebnis nicht festzustellen. Insbesondere konnte keine im Verantwortungsbereich der Betreiberin liegende Ursache festgestellt werden. Möglicherweise spielten Vorerkrankungen von Betroffenen und die ordnungsgemäße, aber infolge des Umfangs des Badebetriebs stärkere Chlorierung des Badewassers eine Rolle“, heißt es in der Erklärung der Staatsanwaltschaft.

Schon die Ad-hoc-Messungen der Feuerwehr hätten an jenem Abend keine Erkenntnisse über eine akute Schadstoffbelastung der Luft ergeben. Ferner habe der Badbetreiber die turnusmäßige Wartung der Wasseraufbereitungsanlagen und die Sachkunde des technischen Personals nachgewiesen. Die labortechnisch analysierten Wasserproben hätten ebenfalls keine Auffälligkeiten aufgewiesen. Lediglich bei einer Rutschenanlage sei eine leichte Grenzwertüberschreitung für freies Chlor festgestellt worden. Alle anderen Anlagen seien im Normbereich gewesen. „Ein Zusammenhang mit einzelnen gesundheitlichen Beschwerden war insoweit nicht auszumachen“, lautet das Fazit der Staatsanwaltschaft. Bei den Hautreizungen, die eine Besucherin erlitt, nachdem sie im Saunabereich ihre Badebekleidung trotz erkennbarer Verunreinigung mit einer weißlichen Substanz wieder angelegt hatte, habe es sich um ein unabhängiges Ereignis gehandelt, das in keinem Zusammenhang mit dem Betrieb des Bades stand, so die Staatsanwaltschaft abschließend.

Miramar-Geschäftsführer Marcus Steinhart dankte in einer Stellungnahme „Feuerwehr und Rettungsdienst für den schnellen Einsatz. Es beruhigt mich sehr, wie herausragend der Einsatz abgelaufen ist. Denn so etwas kann man natürlich nicht üben.“ Obwohl kein betriebliches Verschulden vorlag, habe man aus dem Vorfall Konsequenzen gezogen und im Bereich der Piraten-Rutsche bauliche Veränderungen vorgenommen, um die Durchlüftung zu verbessern.

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