Kirchen müssen Kosten senken
Speyer, 21.05.2022
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21.05.2022 05:00
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Speyer. Die pfälzische Landessynode hat mit deutlicher Mehrheit ein Gesetz beschlossen, das die Reduktion der Kosten für kirchliche Gebäude um 30 Prozent bis zum Jahr 2030 vorschreibt. Dieser Schritt sei nötig, da bereits jetzt etwa die Hälfte der Kirchengemeinden die nötigen Rücklagen für den Unterhalt ihrer Gebäude nicht oder nur zum Teil erbringen könne, sagte Oberkirchenrätin Karin Kessel in Speyer auf der Synode.

Diese Situation werde sich weiter verschlechtern, da die Einnahmen der Kirche nicht stiegen, wohl aber die Baukosten. Nach den Worten von Baudezernentin Kessel hat sich die Zahl der Gebäude in den vergangenen 20 Jahren kaum verringert. Die Zahl der Mitglieder sei jedoch um 25 Prozent gesunken. Im Jahr 2000 hatte die Evangelische Kirche der Pfalz 655 000 Mitglieder, 2021 waren es noch 490 000. Die Zahl der Gebäude ist in diesem Zeitraum um 6,6 Prozent von 1194 auf 1115 gesunken. Diese Zahl setzt sich zusammen aus 311 Pfarrhäusern, 509 Kirchen, 115 Gemeindehäusern und 180 Kindertagesstätten.

Das von der Synode beschlossene „Gesetz zur effizienteren Nutzung kirchlicher Gebäude“ soll von den Kirchenbezirken umgesetzt werden. Die Reduktion des Gebäudeunterhalts soll im gleichen Zeitraum einhergehen mit einer Senkung der Treibhausgas-Emissionen der kirchlichen Gebäude um 90 Prozent. Umgesetzt werden sollen die Vorgaben durch Verkauf der Gebäude, die Umnutzung oder gemeinsame Nutzung mit anderen Kirchengemeinden oder der Kommune. Außerdem sollen Fremdnutzung, Übertragung der Gebäudeträgerschaft oder der Bauunterhalt durch Dritte die Kosten senken.

Nach Karin Kessels Worten sind in den kommenden vier Jahren pro Jahr 400 000 Euro für eine externe Moderation des Prozesses vorgesehen. epd

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