Kommunen wollen Ausbau
Laudenbach/Hemsbach, 23.01.2023
Diesen Artikel
23.01.2023 18:06
Drucken Vorlesen Senden
Leserbrief
285

Laudenbach/Hemsbach. Keine halben Sachen: Hemsbach und Laudenbach setzen in Sachen Glasfaseranschluss weiter auf einen vollständigen Ausbau der gesamten Ortsgebiete, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung. Nach der gescheiterten Vorvermarktung der NetCom BW lehnten die beiden Bergstraßenkommunen deshalb Alternativpläne des Unternehmens ab, die Ortschaften nur teilweise mit zukunftsfähigem Internetanschluss auszustatten.

Stattdessen laufen bereits Gespräche mit einem anderen Anbieter für einen neuen Anlauf zu einem Vollausbau. Die NetCom BW zieht sich nach dieser gemeinsamen Entscheidung vollständig aus den beiden Bergstraßenkommunen zurück. Geschlossene Vorverträge werden storniert. Ein Teilausbau hätte aus Sicht der beiden Bürgermeister weder Hemsbach noch Laudenbach entscheidend vorangebracht. „Das Ziel“, machen Jürgen Kirchner (Hemsbach) und Benjamin Köpfle (Laudenbach) dagegen klar, „bleibt der Vollausbau.“

„Nur wenn alle Haushalte – auch später noch – die Chance auf einen Glasfaseranschluss haben, können wir in Sachen Digitalisierung einen großen Schritt nach vorne machen. Nur so können wir auch für nachfolgende Generationen eine infrastrukturelle Chancengleichheit herstellen“, betont Benjamin Köpfle. Mit einem Teilausbau hätte man dagegen die Chancen auf eine spätere, vollständige Erschließung sogar vermindert oder mindestens hinausgezögert.

„Bei der Modernisierung unserer Breitbandanbindung hatte die Versorgung aller Bürger – auch in Außenbezirken – von Beginn an oberste Priorität“, erklärt auch Jürgen Kirchner.

Die 40 Prozent verfehlt

Das konnte die NetCom BW zuletzt nicht mehr verbindlich garantieren, nachdem die EnBW-Tochter ihr selbstgestecktes Vorvermarktungsziel von 40 Prozent in den beiden Ortschaften verfehlt hatte. Die Chancen auf einen zukunftsfähigen Internetanschluss stehen für die Bürger der beiden Bergstraßenkommunen dennoch nicht schlecht. Hemsbach und Laudenbach wollen den Weg des Vollausbaus weiterhin gemeinsam gehen. Gespräche mit einem neuen, interessierten Anbieter laufen bereits.

Ein erneuter Anlauf mit einer neuen Vermarktung könnte bereits im ersten Halbjahr 2023 starten. Die beiden Gemeinderäte werden sich voraussichtlich in ihrer Februar-Sitzung damit beschäftigen. Auch der NetCom- Geschäftsführer Bernhard Palm meldete sich zu Wort: „Unglücklicherweise konnten wir seitens der NetCom BW trotz der großen Unterstützung der beiden Bürgermeister in Hemsbach und Laudenbach während der Vorvermarktung keine ausreichende Anzahl an Vertragsabschlüssen für einen wirtschaftlichen Vollausbau der Orte erreichen. Aus diesem Grund hatten wir in den vergangenen Wochen ein alternatives Ausbaukonzept erarbeitet. Dies sah vor, Hemsbach und Laudenbach zunächst zu knapp der Hälfte zu erschließen. Gleichzeitig sollte die sogenannte ‚Baggerphase’ genutzt werden, um weitere Kunden zu gewinnen und so das Vorhaben mittelfristig doch noch auf die Gesamtfläche auszuweiten.“

Letztlich stießen die Alternativpläne in den beiden Kommunen – wie oben erwähnt – jedoch nicht auf die nötige Unterstützung.

Verträge werden storniert

Nach der Bekanntgabe der Entscheidung wird sich die NetCom BW nun aus Hemsbach und Laudenbach zurückziehen. Für Kunden, die während der Vorvermarktung einen Glasfaserhausanschluss in Auftrag gegeben haben, bedeutet dies, dass abgeschlossene Verträge seitens des Unternehmens in Kürze storniert werden. Alle Kunden werden hierzu in den kommenden Wochen noch einmal gesondert angeschrieben.

Keine Auswirkungen hat die Absage des Vorhabens in Hemsbach und Laudenbach dagegen auf andere Ausbauprojekte der NetCom BW in der Region. So wird das Unternehmen in Weinheim, Neckargemünd, Hirschberg, Schriesheim und Heddesheim wie geplant im Laufe des Frühjahres mit der Vorvermarktung seiner Produkte beginnen. Daneben wird auch der geförderte Breitbandausbau in der Region, bei dem die NetCom BW mit dem Zweckverband High-Speed-Netz Rhein-Neckar kooperiert, weiterhin fortgeführt werden.

Erst am 14. Januar unterzeichnete die Stadt Weinheim die Kooperationsverträge mit der NetCom BW und der Deutschen GigaNetz. Bei Erreichen einer Vermarktungsquote von 35 Prozent könnte der Baustart schon im ersten Quartal 2024 erfolgen. Läuft alles nach Plan, könnten die ersten Haushalte schon im zweiten Halbjahr am Netz sein. Spätestens im Herbst 2025 wäre das Projekt im gesamten Stadtgebiet abgeschlossen. Nun wird mit den Vermarktungsaktivitäten begonnen. Nun sei es an den Bürgern, so Oberbürgermeister Manuel Just.

SOCIAL BOOKMARKS
23.01.2023 18:06
Drucken Vorlesen Senden