Kurpfälzisch „vazählte“ Perlen
Hemsbach, 15.09.2020
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15.09.2020 05:00
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Hemsbach. Da passt wirklich alles: Mit Arnim Töpel ist am Samstag die kleine Reihe „Kultur am Schloss“ gestartet. Bei Bilderbuch-Spätsommerwetter, wunderbarer Stimmung und vor traumhafter Kulisse mit in Farben getauchter Rathausfassade präsentierte der Musikkabarettist sein neues Programm „Mei Mussisch – und dem Günda seini“, und wenn auch coronabedingt „ä bissl käza als sunscht“, so doch gewohnt lachmuskelstrapazierend und denkorganfördernd.

Dem Publikum gute Unterhaltung in wenig unterhaltsamen Zeiten und Künstlern die Möglichkeit bieten, wieder aufzutreten, das sind die beiden Hauptmotive, die die Stadt Hemsbach dazu veranlassten, die Open-Air-Bühne auf der Südseite des Rathauses zu „aktivieren“, zumal sich – unter Corona-Bedingungen – rund 150 Gästen auf dem Rasen ausreichend Platz bietet.

Mit Arnim Töpel hatte Organisatorin Heike Pressler zudem einen Opener verpflichtet, der zu den kreativsten, humorvollsten und charmantesten Künstlern der Region und darüber hinaus gehört. Vor fast ausverkauftem „Haus“ sorgte der inzwischen 60-Jährige für allergrößtes Vergnügen.

Mal in Hochdeutsch erklärt, aber meistens „in Kurpälzisch vazählt“, zumeist musikalisch verpackt und immer pointensicher bescherte Töpel dem Publikum einen Abend, der rundum eine Wohltat war.

Arnim Töpel gehört zu jenen, die den Dialekt nicht gelernt, sondern inhaliert haben, und entsprechend war der Abend auch eine Liebeserklärung an selbigen, ganz gleich, ob Töpel seinen musikalischen Helden huldigt und eigene Songs zu deren Melodien textet oder einfach aus dem Leben plaudert wie in den kleinen satirischen Perlen vom „Bleiwe losse“, „Lijebeitel“ bis hin zu „Des werd net hewe“.

Und nie ist es „Dahergebabbel“, sondern stets feinsinnig-humorvolle Philosophie, die jede und jeder versteht – bis zum letzten Ton, als er das Publikum mit „Hoamzus“ auf den Nachhauseweg geleitet. Apropos Ton und Licht: Ein großes Lob verdiente sich Philipp Friedrich, der am Mischpult für akustischen und optischen Hochgenuss sorgte. Ein dickes Dankeschön geht auch an die Mitglieder des Seniorenrats, die die Gäste in Empfang nahmen und zum Platz geleiteten, und an den Bauhof für den reibungslosen Auf- und Abbau.

Mit „Kultur am Schloss“ geht’s weiter am nächsten Samstag, 19. September, um 19.30 Uhr. Zu Gast ist Danny Wuenschel und mit Country dann ein gänzlich anderes Genre vertreten. Und das ist gewollt. Karten im Vorverkauf gibt es im Bürgerbüro.

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