40 Jahre im Dienst für die Umwelt
Hirschberg, 17.11.2020
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17.11.2020 05:00
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Leserbrief
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Hirschberg. Auch wenn in den vergangenen Monaten coronabedingt wenig Neues über den Verein für Naturpflege zu lesen war, ging die unermüdliche Tätigkeit – wie seit der Gründung des Vereins vor 40 Jahren – für Biotop- und Artenschutz weiter. Aufgrund der Corona-Pandemie verzichtete der Verein auf eine Jubiläumsveranstaltung. Die Vereinsmitglieder erinnern sich gerne daran, wie Dr. Alfred Stephan gemeinsam mit fünf Naturfreunden im November 1980 den lokalen Verein für Hirschberg und Umgebung gegründet hat.

Er hatte 32 Jahre den Vorsitz inne. Seit 2012 ist Hartmut Kowalinski in seiner Nachfolge tätig. Mit den zehn aktiven Mitgliedern ist man ganzjährig im Einsatz. „Leider ist wie in den meisten Vereinen auch bei uns die Mitgliederzahl altersbedingt rückläufig. Gerade jetzt bieten sich unsere ausgedehnten Grundstücke zur freudvollen und gesunden Tätigkeit in der Natur geradezu an. Wir sind offen für alle Altersgruppen, mit und ohne Vorkenntnisse und freuen uns über jede Kontaktaufnahme“, sagt Vorsitzender Kowalinski.

Biotop- und Artenschutz

Seit der Gründung des Vereins verrichten die Mitglieder mit dem gleichen Interesse Jahr für Jahr die Biotop- und Artenschutzarbeit. Das wichtigste Arbeitsgebiet ist der Erhalt der Bergstraßenlandschaft mit seinen charakteristischen Biotopen, Streuobstwiesen und Kalkmagerrasen.

Durch Mähen zur richtigen Zeit (ein- bis zweimal jährlich) vermeidet man die Verbuschung und bewahrt dadurch den Lebensraum für diverse Blühpflanzen, die Nahrungsgrundlage so vieler Lebewesen. Wie wichtig speziell dieser Tätigkeitsbereich für alle sei, würden die Zahlen über den Rückgang der Wildbienen, Schwebfliegen, Schmetterlinge, Nachtfalter, Spinnen, Käfer, Ameisen und anderer Tiere, so auch der Vögel, zeigen.

120 Nistkästen werden betreut

Der Verein betreut mehr als 120 Nistkästen auf den eigenen Grundstücken und in Absprache mit der Forstverwaltung im Gemeindewald. Im Winter werden die Kästen gereinigt, repariert, durch neue ergänzt; und die Bruterfolge statistisch erfasst.

Auch dabei sei ein erschreckender Verlust an Arten festzustellen. Für den Erhalt des landschaftstypischen Lebensraums wurde im Laufe der Jahre der Vereinsgarten entwickelt. Hohe alte Kirschbäume und Hecken bilden den Rahmen für Staudenbeete und Blumenwiesen.

Neben Blühpflanzen, die außerhalb selten geworden oder sogar verschwunden sind (zum Beispiel die Osterluzei) werden Pflanzen bevorzugt, die Wildbienen und Schmetterlingen Nahrung bieten. Daneben werden allerlei Naturschutzmaßnahmen erprobt. Die Trockenmauern sind von der Schlingnatter, Blindschleichen und Eidechsen bewohnt.

Das große Insektenhotel im Großsachsener Tal ist von verschiedenen Wildbienenarten und Zehrwespen bevölkert. Die beiden Teiche bieten den Amphibien in dieser gewässerarmen Umgebung Gelegenheit zur Reproduktion. Einige Bienenvölker im Garten leisten Bestäubungsarbeit bei der Obstblüte. Bei der Bekämpfung von Parasiten an den Bienen verzichtet der Verein auf problematische Gifte und verwendet für die Mittelwände nur eigenes Wachs. Dadurch gewinnt man einen reinen, hochwertigen Honig.

Auch die Verbreitung naturkundlichen Wissens zählt zum Aufgabengebiet des Vereins. So fanden in den vergangenen Jahren viele Vorträge von Spezialisten statt, und der Nachwuchs geht auf den Grundstücken ins „Grüne Klassenzimmer“.

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