Berühmt für Käse und Absinth
Großsachsen, 20.10.2021
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20.10.2021 05:00
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Großsachsen. Dieser Tage starteten 27 Teilnehmer zur sechstägigen Kultur- und Wanderreise des Odenwaldklubs Großsachsen in die Franche-Comté. Die Reise war von der Wanderwartin Angelika Stabenow zusammen mit einem Unternehmen schon 2019 für 2021 geplant worden, doch aus Pandemiegründen fiel erst im Juni 2021 die endgültige Entscheidung über die Durchführung. Denen, die sich fragen, wo die Franche-Comté eigentlich liegt, sei erklärt: die Franche-Comté oder der französische Jura befindet sich im Osten Frankreichs und grenzt auf einer Länge von etwa 250 Kilometern an die Schweiz. Zusammen mit dem westlich gelegenen Burgund bildet sie die Großregion Bourgogne-Franche-Comté. Es handelt sich um ein landschaftlich reizvolles Gebiet, ein Kalksteingebirge mit vielen Schluchten, Wasserfällen und Seen. Typisch für die Landschaft sind die Kalksteinränder zahlreicher Bergkuppen. Die Region hatte eine wechselvolle Geschichte und bietet mit Festungsanlagen und Klöstern auch viele kulturelle Höhepunkte.

In Besançon stieg die Reiseleiterin Regine Löwe zu. Sie erwies sich auch als sehr erfahrene Wanderführerin. So ging es am Anreisetag gleich zu zwei Sehenswürdigkeiten: dem hübschen, am Fluss Loue gelegenen Städtchen Ornans mit dem Courbet-Museum und zur Quelle der Loue. Standort war das Hotel „Du Lac“ in Malbuisson. Am zweiten Tag stand eine Wanderung am See Saint Point mit seinen riesigen Schilfflächen am Rand auf dem Programm. Im Ort Baumes-les-Messieurs gab es am dritten Tag eine alte Benediktinerabtei zu besichtigen, von der aus das Kloster Cluny gegründet wurde. Faszinierend war die anschließende Wanderung durch die Schlucht hinter dem Kloster mit zahlreichen Grotten und Wasserfällen am Ende. Ein Tagesausflug führte nach Besançon, die Hauptstadt der Franche-Comté. Die strategisch günstige Lage in einer Schleife des Doubs erwähnte schon Julius Cäsar im Gallischen Krieg. Unter Ludwig dem XIV. schuf der Militärarchitekt Vauban hier mächtige Festungsanlagen. Diese konnten die OWKler in ihren gewaltigen Ausmaßen vom Fluss aus bei einer Bootsfahrt sehen. Die Franche-Comté ist aber auch die Heimat von berühmten Spezialitäten zum Essen und Trinken. So erfuhr man bei der Besichtigung eines riesigen Reifungskellers etwas über die Herstellung, Lagerung und Reifung des berühmten Comté-Käses. Dieser darf nur aus der Milch von Rindern der Montbéliard-Rasse, die auf den Jura-Wiesen weiden, gewonnen werden. Am Abend genossen die Großsachsener ein köstliches Käsefondue aus diesem Käse. Ein weiteres Produkt der Region ist der Absinth, der vor allem in Pontarlier hergestellt wird, wie, das erfuhr man bei der Besichtigung eines Herstellerbetriebes.

Beim Besuch im malerischen Örtchen Arbois konnten die OWKler noch etwas über den Weinbau im Französischen Jura hören, über die angebauten Rebsorten und die besondere Herstellung des Vin Jaune, einer Spezialität des dortigen Weinbaus. Auch hier gab es nach der Theorie einen praktischen Teil in Form einer Weinprobe. Am letzten Tag wurde nochmals gewandert, und zwar im Talkessel der Consolation. Die Schlucht wirkt mit ihren moosbewachsenen Steinen und Baumstämmen geradezu märchenhaft. Ein Dankeschön ging am Ende an Angelika Stabenow und Regine Löwe für die Organisation.

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