Gewerbegebiete nachhaltig entwickeln
Hirschberg, 02.02.2021
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02.02.2021 05:00
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Hirschberg. Für fast alle Städte und Gemeinden scheint es immer noch allzu verlockend, in finanziell prekären Situationen auf massive Ausweitungen bebaubarer Flächen zurückzugreifen, heißt es in einer Pressemitteilung der Grünen Liste Hirschberg (GLH). Neue, größere, vermeintlich besser erschlossene Gewerbe- und Neubaugebiete gelten dabei als das letzte Mittel, strukturell defizitäre Kommunalkassen zu füllen. 

Das Ergebnis sind 4,8 Hektar (oder sieben Fußballfelder) überbaute oder versiegelte Fläche allein in Baden-Württemberg – jeden Tag! (siehe: Aktuelle Zahlen des Statistischen Landesamtes für 2019) Fast nie würden dabei die Kosten für die Allgemeinheit berechnet, die durch den Verlust von sauberer Luft und Biodiversität, die Beeinträchtigung von Oberflächengewässern und Grundwasser oder den Schwund von Böden als CO2-Speicher und landwirtschaftlich nutzbaren Äckern entstehen – ganz zu schweigen von dem dauerhaften Zuwachs an Lärm und Verkehr, die bei einer Neuerschließung entstehen.

Der Ausweisung zusätzlicher Flächen in den Gemeinden stehe eine ganze Reihe alternativer Ansätze der Entwicklung von bestehenden Gewerbeflächen entgegen – etwa Schaffung interkommunaler Gewerbegebiete oder die Steigerung der wirtschaftlichen Effizienz bereits genutzter und überbauter Flächen. Viele der möglichen Maßnahmen werden beispielhaft im jüngsten Report „Nachhaltige Entwicklung von Gewerbegebieten“ des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung aufgeführt. Es gebe in Deutschland eine ganze Reihe profilierter Expertinnen und Experten, die sich seit langer Zeit genau diesen Aspekten nachhaltiger und emissionsfreier Weiterentwicklung von Gewerbeflächen widmen. Eine davon ist die Betriebswirtin und Raumplanerin Veronika Wolf.

Die Geschäftsführerin der Ratinger Firma zero emissions GmbH berät deutschlandweit Kommunen bei der umweltfreundlichen Entwicklung von Gewerbestandorten und ist unter anderem Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes Nachhaltige Industrie- und Gewerbegebiete (BUNIG).

Vorgehen kritisch hinterfragen

Auf Einladung der GLH und des Hirschberger Ortsverbandes von Bündnis 90/Die Grünen hält Veronika Wolf am Freitag, 19. Februar, einen Online-Vortrag zum Thema „Ansätze ressourceneffizienter und klimaneutraler Weiterentwicklung von Gewerbegebieten“. Vor dem Hintergrund des Bürgerentscheids am 14. März, bei dem es um die Erweiterung des bestehenden Hirschberger Gewerbeparks um weitere zehn Hektar geht, wird Wolf das gängige Vorgehen vieler Kommunen, nämlich der Verknappung der finanziellen Spielräume in ihren Haushalten mit einer maximalen Ausbeutung verbliebener Bodenressourcen zu begegnen, einer kritischen Betrachtung unterziehen. 

Gegenstand des Vortrages wird es dabei vor allem sein, alternative Möglichkeiten der Gewerbeentwicklung im Bestand, der klimaneutralen Flächennutzung und der Optimierung bestehender innerörtlicher Ressourcen vorzustellen, die im besten Fall den zusätzlichen Verbrauch von Boden und Landschaft überflüssig machen und zugleich den Kommunen neue finanzielle Spielräume eröffnen.

Wolf wird aus ihrer langjährigen beruflichen Erfahrung als Projektentwicklerin für Redevelopment hier einige gelungene Beispiele vorstellen, die aus ihrer Sicht auch auf Hirschberg übertragbar scheinen. Natürlich können derzeit noch keine Präsenzveranstaltungen stattfinden.

Daher können Interessierte auf der Konferenzplattform Zoom dem Vortrag zuhören oder sich mit Chat-Fragen in die anschließende Diskussion einbringen. Wer der Veranstaltung nur zuhören möchte, der kann dies unter der unten stehenden Homepage tun. Die Grünen bitten, sich für eine Teilnahme per Zoom bis spätestens zum 18. Februar formlos mit Namen und E-Mail-Adresse unter  info@gruene-liste-hirschberg.de anzumelden. Interessierten wird der Zoom-Zugangslink dann zugesendet.

Die gesamte Veranstaltung wird aufgezeichnet und ist anschließend auf der Webseite der Grünen Liste Hirschberg (siehe unten) abrufbar.

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