Liebesgeschichte in der Alten Synagoge
Leutershausen, 13.11.2020
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13.11.2020 05:00
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Leserbrief
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Leutershausen. Das nennt man wahre Liebe: Alles begann mit einer Einladung ihres Lebenspartners Marco Linsenmann zu „einem wundervollen Abend voller Anmut, Melodie, Schönheit, Harmonie und unvergesslichen Momenten am vergangenen Samstag, Beginn 19.15 Uhr, Dresscode: festlich“. Was genau geschehen sollte, blieb für Kersten Stopp zunächst ein großes Geheimnis.

Champagner und Leckereien

An besagtem Abend begaben sie sich – festlich gekleidet – auf einen Spaziergang durch das bereits dunkle Leutershausen. „Wo wollte er mit mir hin? Alle Restaurants, Café Erdmann und auch unser liebes Olympia-Kino waren dunkel und geschlossen“, fragte sie sich. Vor der Alten Synagoge hielten sie, und die Türen öffneten sich für das Paar. Kerzenschein und klassische Musik empfingen sie und leiteten bis nach vorne an die Bühne. Hier befand sich ein großer Bildschirm und davor zwei Stühle.

Daneben waren auf Stehtischen kleine Leckereien, Champagner und ein Programmheft vorbereitet. Dieses Programmheft stammte aus dem Jahr 1990, und Marco hatte es im Internet gefunden und bestellt. All das hatte ihr Lebenspartner er für sie vorbereitet. Nach einem kleinen Rundgang durch die Alte Synagoge nahm das Paar Platz und versank für fast drei Stunden in der wunderbaren und tragischen Geschichte des Balletts „Schwanensee“ mit der Musik von Peter Tschaikowsky. Marco Linsenmann löste damit auf sehr kreative Weise einen Geschenkgutschein von vor zwei Jahren zu einem Besuch des Stuttgarter Balletts ein.

Kersten Stopp spricht auch Tage danach von einem „gigantischen Abend“, den sie in der Alten Synagoge verbrachte. Lustigerweise kannte sie das ehrwürdige Gebäude gar nicht, obwohl sie nur wenige Meter entfernt wohnt. „Mich bewegt ganz besonders, dass es trotz Corona, trotz Einschränkungen, trotz Abstandhalten und allen wichtigen Maßnahmen möglich ist, mit Fantasie und Liebe, Glanzpunkte zu setzen“, erzählt sie.

Dank an die Verwaltung

Sie bedankt sich ausdrücklich bei der Verwaltung, speziell bei Bürgermeister Ralf Gänshirt und Rathausmitarbeiter Martin Bahr, die dieses schöne Event möglich gemacht hatten. Üblicherweise wird die Alte Synagoge nicht für private Veranstaltungen vermietet. Lediglich standesamtliche Trauungen sind dort möglich.

Aufgrund der besonderen Umstände in dieser für alle belastenden Zeit habe die Verwaltung gerne eine Ausnahme gemacht. Kersten Stopp und Marco Linsenmann freute es. hr

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