„Historiker aus Leidenschaft“
Weinheim/Karlsruhe, 15.02.2020
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15.02.2020 05:00
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Weinheim/Karlsruhe. Für sein „herausragendes berufliches und ehrenamtliches Engagement“ ist Dr. Heinz Schmitt in Karlsruhe mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet worden. In Anwesenheit von Oberbürgermeister a. D. Heiner Bernhard, Museumsleiterin Claudia Buggle und Stadtarchivarin Andrea Rößler nahm der gebürtige Weinheimer und frühere Leiter von Museum und Archiv der Stadt Weinheim die Auszeichnung im geschichtsträchtigen Haus Solms in Empfang. Staatssekretärin Karin Schütz vom Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg würdigte Schmitt als einen „Historiker aus Leidenschaft“.

„Beeindruckender Enthusiasmus“

Ferner erinnerte sie in ihrer Laudatio an die von einem „beeindruckenden Enthusiasmus“ getragene 20-jährige Tätigkeit des früheren Leiters der Bereiche Stadtbibliothek, Archiv und Sammlung im Kulturamt der Stadt Karlsruhe. In seiner Amtszeit (1978 bis 1998) gestaltete Schmitt das Pfinzgau-Museum neu, modernisierte das Stadtarchiv, verlegte die Kinder- und Jugendbibliothek ins Prinz-Max-Palais und zog mit der Stadtbibliothek 1993 in das Neue Ständehaus. „Er hat es zeitlebens verstanden, sein enormes Wissen weiterzugeben und so viele Mitbürger daran teilhaben zu lassen“, betonte die Staatssekretärin bei der Überreichung des Ordens, der auch Schmitts verdienstvolle Arbeit zur Bewahrung und Pflege des kulturellen Erbes der Karpatendeutschen anerkennt. Als stellvertretender Vorsitzender des Karpatendeutschen Kulturwerks Slowakei gründete Heinz Schmitt 1985 das Karpatendeutsche Museum in der Durlacher Karlsburg. Inzwischen ist Karlsruhe Sitz des Karpatendeutschen Bundesmuseums und Bundesarchivs. „In der Zeit der Globalisierung braucht es Menschen, die sich dafür einsetzen, dass die Vergangenheit nicht in Vergessenheit gerät“, sagte Karlsruhes Erste Bürgermeisterin Gabriele Luczak-Schwarz und attestierte dem heute 86-Jährigen, er habe mit Sachverstand und Weitsicht Karlsruhes kulturelle Entwicklung geprägt.

Weinheim seine Heimatstadt

Schmitt sei seit 50 Jahren ein gefragter Experte der Heimat-, Landes- und Volkskunde, der Sprache und des Brauchtums. Das ist in seiner Heimatstadt Weinheim natürlich bekannt. Heinz Schmitts Herz schlägt nach eigener Aussage „am stärksten für meine Stadt“, in der er der erste hauptamtliche Archivar und Museumsleiter war, Organisator von Brauchtumsveranstaltungen, Autor des historischen Blicks auf Entstehung und Entwicklung der Weinheimer Vereine, Verfasser des Weinheimer Wortschatzes und zahlreicher stadtgeschichtlicher Beiträge. Die Geburtsstadt, die sich 2006 bei dem Jungen von der Blücherstraße mit der Bürgermedaille für sein heimatkundliches Engagement bedankte, hat allerdings einen starken Konkurrenten im Wettbewerb um seine Sympathien: Deidesheim. Heinz Schmitt zählt zu dem illustren Kreis der inzwischen fast 200 „Rebstockpächter“ wie Helmut Kohl, Richard von Weizsäcker, Gorbatschow, Jelzin oder der frühere spanische König Juan Carlos und ist auch im hohen Alter noch einer der Organisatoren der „Deidesheimer Gespräche zur Sprach- und Kulturgeschichte“, die seit 2008 Wissenschaftler aus Geschichte, Germanistik, Volks- und Landeskunde an der Weinstraße zusammenführen.

Im Breuberg-Bund, in der Arbeitsgemeinschaft für geschichtliche Landeskunde am Oberrhein und im Landesverein Badische Heimat ist er noch immer aktiv und seiner Heimat nahe. Im Schmitt’schen Kalender stehen „natürlich“ die Weinheimer Fastnachtshöhepunkte bei den „Blüten“ und den „Pantoffelhelden“. -ell

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15.02.2020 05:00
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