Hoffnung, dass der Staat hilft
Weinheim, 16.03.2020
Diesen Artikel
16.03.2020 05:00
Drucken Vorlesen Senden
Leserbrief
1.177

Weinheim. Eigentlich war gestern so ein Tag, der wie gemacht gewesen wäre für den Weinheimer Marktplatz. Doch die Corona-Krise war auch hier deutlich zu spüren. Mehr als die Hälfte der Plätze blieb frei. Viele Menschen hielten sich an die dringende Empfehlung, ihre sozialen Kontakte einzuschränken. Für die Marktplatzwirte – aber auch für die Hoteliers in der Stadt – ist das zwar verständlich, aber zugleich eine wirtschaftliche Katastrophe.

Auch Juan Salazar von der IG Marktplatz ist hin- und hergerissen: Einerseits findet er es bedenklich, „wenn das Leben komplett stillsteht“, andererseits sei es richtig, „alles zu tun, um die Ausbreitung zu verlangsamen“. Aber mehr als sechs bis acht Wochen könnten die Gastronomen eine solche Situation alleine nicht durchstehen. „Ich vertraue darauf, dass der Staat den Betrieben hilft, damit sie überleben“, sagte er und fügt etwas ratlos hinzu: „Wie auch immer.“ In der IG Marktplatz kümmere man sich jetzt darum, alle Informationen für die Beantragung des Kurzarbeitergeldes zu sammeln, auch wenn dies auch für die Mitarbeiter mit erheblichen finanziellen Einbußen verbunden wäre. Da aber die meisten Reservierungen storniert worden sind, sehe er keinen anderen Weg. „Ich bin schon froh, wenn die Leute wenigstens vorher absagen“, sagt Salazar, „viele kommen einfach nicht.“

Das Hauptproblem sei derzeit ohnehin, dass jegliche Planungssicherheit fehlt und viele Veranstaltungen wie der Sommertagszug und der Pflänzeltag bereits abgesagt wurden, bei denen man sonst mit einem entsprechenden Umsatz kalkulieren konnte. Auch die Durchführung der Weinheim-Tagung der Corpsstudenten (21. bis 24. Mai) dürfte mehr als fraglich sein, befürchtet Salazar. pro

SOCIAL BOOKMARKS
16.03.2020 05:00
Drucken Vorlesen Senden
Ihre Meinung interessiert uns