Nasskalte Nacht wird zum Verhängnis
Weinheim/Region, 18.07.2020
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18.07.2020 05:20
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Weinheim/Region. Viele Radfahrer, die am Betriebshof des Gewässeramtes Weinheim zwischen den beiden Dämmen der Weschnitz vorbeikommen, fragen in diesen Tagen, wo eigentlich dieses Frühjahr die Jungstörche geblieben sind. Die Antwort macht nicht nur Michael Denger vom Gewässeramt traurig, sondern auch den Hobbyvogelkundler Dietmar Matt, der sich um die Logistik der Weißstörche (Ciconia ciconia) in unserer Gegend kümmert. „Alle vier Jungstörche des Horstes im Betriebshof sind umgekommen“, berichtet auch Helmut Stein, der Beringer der Staatlichen Vogelwarte Radolfzell.

Kälte, Wind und Regen

Wind, Regen und Temperaturen um 4 Grad Celsius waren in einer einzigen Nacht am 11. Mai die Ursachen für den Tod der Jungstörche. Dabei war nicht nur das Nest im Gewässeramt betroffen. Auch drei andere junge Störche auf dem Nest eines umgeknickten Baumes im Naturschutzgebiet „Klärteiche-Landgraben“ überlebten nicht.

Im Rückhaltebecken („Pufferbecken“) zwischen Waidsee und Landgraben, das von der Weinheimer Ortsgruppe des Naturschutzbundes betreut wird, konnte ein Jungvogel aufwachsen. Hier hatte es übrigens zum ersten Mal eine Storchenbrut gegeben.

In Hemsbach konnte Helmut Stein zwei Jungstörche dank des Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehr Hemsbach beringen. Dagegen blieb auch in diesem Jahr in Laudenbach eine Brut der Störche trotz eines günstigen Nistplatzangebots auf einem ausgedienten Laternenmast in der Bauernsiedlung aus.

Erfolgreiche Beringungen

In Ladenburg-Neubotzheim wurden zwei Jungstörche beringt. Die Beringung ist wichtig, um lokale und zeitliche Aufschlüsse über Zugwege und eventuelle Orte zu gewinnen, an denen Störche auf ihrem Flug Unfälle haben, schreibt Dietmar Matt in einem Pressebericht. Auch auf dem Holzmast des Golfplatzes in Heddesheim erfolgte eine erfolgreiche Beringung. Überhaupt ist Heddesheim mit Storchennachwuchs besonders gesegnet, denn zwanzig Horste zeitigten etwa 50 Jungvögel.

Zur Zeit finden sich Störche übrigens sehr gerne auf den Wiesen ein, denn sie beobachten, wo die Bauern Heu mähen oder das Gras wenden, wodurch der Tisch von Meister Adebar reich gedeckt ist. dm

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