S-Bahn nach Fürth gefordert
Weinheim, 17.11.2017
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17.11.2017 05:00
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Weinheim. Eigentlich sollte bei der Mitgliederversammlung der Eisenbahnergewerkschaft EVG acht Jubilare geehrt werden, doch diese waren aus Altersgründen nicht erschienen. Stattdessen nahm Gewerkschaftssekretär i.R. Reiner Nimis im Rahmen der Versammlung im Café „Apfel und Streusel“ in der Nordstadt Stellung zu aktuellen Themen rund um die Deutsche Bahn.

In seiner Laudatio für die Gewerkschaftsjubilare erinnerte er an den Beginn des Bahnbetriebs auf der Main-Neckar-Bahn zwischen Heidelberg und Frankfurt vor über 170 Jahren und an den späteren Bau der Weschnitztal- und Überwaldbahn zwischen Weinheim, Fürth und Wahlen, die eine segensreiche Wirkung auf die Erschließung des Odenwalds und dessen Anschluss an die sich entwickelnden Wirtschaftsregionen an Rhein, Neckar und Main hatten.

Massiver Widerstand

Die Eisenbahner gehörten zu den ersten deutschen Gewerkschaftsgründern und begleiteten seither die Entwicklung des Schienenverkehrs. Bei der Neugründung ihrer Gewerkschaft nach dem Zweiten Weltkrieg war man sich einig: Es sollte „Eine Gewerkschaft für einen Betrieb“ sein, in der sich Arbeiter, Angestellte und Beamte zusammenfanden; und der Erfolg in der Interessenvertretung gab ihnen Recht. Nimis wies auf den massiven Widerstand der Eisenbahnergewerkschaft gegen die in den1980er-Jahren geplanten zahlreichen Streckenstilllegungen hin. Ohne die erfolgreiche Aktion „Rettet die Bahn“ wären heute auch die Stecke nach Fürth nicht mehr in Betrieb.

Die damalige Sicherung der Schieneninfrastruktur habe es in der Folge erst möglich gemacht, mit der S-Bahn Rhein-Neckar ein überzeugendes Modell attraktiven Nahverkehrs zu entwickeln. Die Deutsche Bahn und das Land Baden-Württemberg stünden weiterhin in der Pflicht, Streckenausbau und Modernisierung im Nahverkehr voranzutreiben. Durch die Erweiterung der S-Bahn von Heidelberg – Mannheim über Weinheim in Richtung Darmstadt – Frankfurt am Main erfahre das Nahverkehrssystem eine deutliche Qualitätsverbesserung. In einem weiteren Schritt sollte jetzt auch das Weschnitztal mit einer S-Bahn-Linie bis Fürth integriert werden.

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