Ein Team zeigt Charakter
Weinheim, 29.07.2020
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29.07.2020 05:10
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Weinheim. Am Samstag, dem 15. August findet das Tennisspiel des Jahres im Badischen Tennis-Verband statt. Nach der Absage der Bundesliga und der regulären Medenrunde wurde nur in den Badenligen um den Aufstieg gespielt. Mittendrin: der TC 02 Weinheim II, der als Gruppensieger das Entscheidungsspiel gegen den TC BASF Ludwigshafen II erreicht hat. Nach vier klaren Siegen gegen Freiburg, Pforzheim und die beiden Karlsruher Spitzenmannschaften wollen die Weinheimer jetzt den Sack zumachen und die dritthöchste Spielklasse in Baden erreichen.

Schnell war klar, dass sowohl der Weinheimer Bundesliga-Nachwuchs als auch langjährige Leistungsträger großes Interesse an der Badenliga-Teilnahme hatten. Um die bereits aus der 1. Bundesliga bekannten Frank Wintermantel, Moritz Baumann, Jonas Lütjen und Daniel Müller formte Mannschaftsführer Kevin Lampert eine tolle Truppe an sehr talentierten Nachwuchsspielern aus der Region. Dazu gehören Tim Heger (20), Moritz Hoffmann (18), Torben Steinorth (20), Max Hartenstein, Robin Cüppers und Timo Sattler (alle 18). „Gerade für die jungen Spieler war die Saison eine echte Herausforderung. Ein Studium oder das derzeit anstehende Abitur durchzuziehen, Training in den eigenen vier Wänden ohne Freunde und keine Möglichkeiten, sich etwas dazuzuverdienen, sind keine einfachen Umstände“, sagt TC-02-Vorstand Peter Mußler, der extrem stolz auf das bisher Erreichte ist.

Täglich vier Stunden Training

„Um dies alles unter einen Hut zu bringen, müssen die Spieler gewisse Charaktereigenschaften mit sich bringen: Disziplin, Leistungsbereitschaft, Verantwortung, Zielorientiertheit, Erfolgsdruck. Viele haben das Ziel, über den Tennissport zum Beispiel eines der begehrten Stipendien im Ausland zu erhalten, um ihre beruflichen und sportlichen Ambitionen möglichst lange miteinander vereinbaren zu können.“

Neben dem erheblichen täglichen Trainingsaufwand von vier Stunden oder mehr, den unzähligen Turnieren und dem organisatorischen Aufwand sind die Kosten für die Spieler und deren Umfeld beträchtlich. Anders als im Fußball existieren für den leistungsorientierten Nachwuchs auf Verbands- und Vereinsebene keine oder nur sehr rudimentäre Strukturen.

„Obwohl gerade die jungen Spieler bereit waren, auf einen Teil der Aufwandsentschädigung zu verzichten, stellte sich die große Herausforderung, wie der Spielbetrieb finanziert werden sollte. Die Zeiten, in denen Sportbudgets aus dem Verein heraus finanziert werden, sind auch beim TC 02 schon lange vorbei.“

Notbudget dank Unterstützern

Schnell war allen Beteiligten klar, dass die geplanten Einnahmen durch Sponsoring und Werbung aufgrund der Corona-Krise für 2020 nicht zu realisieren sind. Dies war auch deshalb besonders ärgerlich, weil das erweiterte Förderkonzept „Sport und Bildung“ für junge leistungsorientierte Spitzenspieler aus der Region viel Interesse bei möglichen Sponsoren erzeugt hatte.

Allen finanziellen Widrigkeiten zum Trotz bildete sich schnell ein Team um Jürgen Kadel, Jörg Büßecker, Andreas Sattler und Mannschaftsführer Kevin Lampert, um der Mannschaft die Badenliga-Teilnahme zu ermöglichen. Durch die Unterstützung der Firmen Dunlop, Engelhorn Sports, Winkels GmbH (alwa), Kadel Sanitär-Heizung GmbH, Jörg Büßecker Steuer- & Wirtschaftsberatung, S’Bruseler Kneible der Eltern von Kevin Lampert, Andreas Sattler und nicht zuletzt durch einige private Unterstützer wurde ein entsprechendes Notbudget bereitgestellt.

„Dass dies nun sogar mit der Möglichkeit eines Aufstiegs verbunden ist, ist vor allem der großartigen Einstellung der Spieler zu verdanken. Um diese Kerle muss sich niemand sorgen, diese werden ihren Weg machen. Im Sport können sie ihre Grenzen ausloten und testen, was man durch Disziplin, Leistung, Begeisterung und Teamfähigkeit erreichen kann“, wirbt Mußler für den Vereinssport. „Der Tennisclub Weinheim 1902 freut sich über jeden, der Interesse hat, ambitionierte Kinder, Jugendliche und junge Frauen und Männer auf ihrem Weg in ihre Zukunft zu unterstützen. Gerade in diesen schwierigen Zeiten.“ tcw

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