Nach Stotterstart nun Tore am Fließband
Hohensachsen, 23.11.2022
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23.11.2022 15:53
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Leserbrief
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Hohensachsen. „Es war wichtig für uns, im letzten Spiel des Jahres noch mal einen tollen Abschluss zu haben – und auch mir persönlich hat das Spiel richtig gutgetan“, sagte Rosa Schrem, nachdem die Landesliga-Fußballerinnen der SG Hohensachsen ein überaus erfolgreiches Halbjahr gebührend zu Ende gebracht hatten.

 Die SG-Frauen feierten am Sonntag im letzten Auftritt des Jahres einen überlegenen 8:0-Kantersieg über den SSV Vogelstang und damit im zehnten Saisonspiel den zehnten Erfolg – nicht zuletzt dank Schrem, die im Heimspiel mit einem Dreierpack glänzte und ihr Konto damit auf neun Saisontreffer aufstockte.

Für die 19-jährige Angreiferin war es die Bestätigung ihres jüngsten Aufwärtstrends, nachdem sie zu Beginn der Runde schwer in Fahrt gekommen und nicht glücklich mit ihren Leistungen war. „Ich hatte zu Saisonbeginn einige Schwierigkeiten. Ich weiß gar nicht, woran es genau lag. Es war aber definitiv eine Kopfsache: Ich war irgendwie nicht zu hundert Prozent bei der Sache – und wenn das so ist, finde ich eben nur schwer zu meinem Spiel“, versucht Schrem ihre anfängliche Ladehemmung mit nur einem Tor aus den ersten vier Spielen zu erklären.

Nach dem 4:1-Sieg bei der zweiten Mannschaft ihres Heimatvereins TSV Neckarau begab sie sich in den Urlaub, verpasste die beiden folgenden Auftritte – um dann aber wiedererstarkt zurückzukehren. Beim 12:1-Kantersieg im Derby beim SV Laudenbach erzielte sie als Joker das Tor zum 10:1. Im folgenden Auftritt beim SSV Waghäusel durfte Schrem wieder von Beginn an ran – und zeigte mit einem Viererpack beim 5:1, wozu sie tatsächlich imstande ist. Dem ließ sie nun direkt nochmals einen Dreierpack folgen und sagt angesichts der formidablen Bilanz von sieben Toren aus zwei Spielen nicht von ungefähr: „Es ist fast ein wenig schade, dass ausgerechnet jetzt bereits Winterpause ist.“

Mit gutem Gefühl in den Winter

Andererseits gehe sie nun „mit einem guten Gefühl in den Winter“, ebenso ihr makelloses Team. Und die Zielsetzung für das neue Jahr ist schon mal ganz klar: „Ich hoffe, dass ich genau dort anknüpfen kann, wo ich jetzt aufgehört habe.“

Eine konkrete Tor-Marke, die sie in der Rückrunde erreichen möchte, gibt sie nicht aus – eine Steigerung soll aber definitiv her: „Ich will auf jeden Fall häufiger treffen als in der Hinrunde. Es wäre schön, wenn mir das gelingt – wobei der Erfolg der Mannschaft klar Priorität hat“, schränkt sie ihr Vorhaben dann doch ein wenig ein. Angesichts der bislang makellosen Bilanz und eines Sechs-Punkte-Polsters auf den ärgsten Verfolger Polizei SV Mannheim kann für die SG Hohensachsen nur die Meisterschaft das Ziel sein. „Wir wollen jedes Spiel gewinnen“, macht Schrem unmissverständlich klar.

Neben dem Titelgewinn auf dem Fußball-Platz hat sie 2023 noch ein anderes großes Ziel vor Augen, denn sie macht bald ihr Abitur. „Es ist gerade eine etwas stressige Phase, aber ich blicke zuversichtlich nach vorne“, sagt die angehende Abiturientin, die nach der Schulzeit eventuell einen Auslandsaufenthalt anstrebt: „Ich würde gerne in ein englischsprachiges Land gehen, so genau weiß ich das aber noch nicht“, sagt Schrem, deren Lieblingsfächer Deutsch und Geschichte sind. Ihre sportliche Lieblingsbetätigung ist das Toreschießen mit dem Fuß, nachdem sie sich in der Vergangenheit in vielen Sportarten ausprobiert hat. Nach Abstechern zum Handball, Tennis oder Hockey ist das Fazit heute eindeutig: „Fußball macht einfach am meisten Spaß“ – vor allem dann, wenn noch viele weitere erfolgreiche Auftritte wie am Sonntag folgen. dbe


Zur Person

Nach ihren fußballerischen Anfängen beim TSV Neckarau spielte Rosa Schrem länger für den MFC Lindenhof, ehe ein kurzer Abstecher zum JFV Ganerb folgte. „Dort hat es aber nicht so gut geklappt“, sagt die gebürtige Mannheimerin.

Über Teamkollegin Ana Gottschalt entstand daraufhin der Kontakt zur SG Hohensachsen, wohin sie Ende 2018 wechselte: „Ich habe mich dort auf Anhieb pudelwohl gefühlt“, betont Schrem.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft ist die brasilianische Elf ihr Topfavorit: „Ich glaube, die haben den größten Willen, das Turnier zu gewinnen. Ich habe es einfach im Gefühl, dass sie es machen“, sagt Schrem. Wegen der Menschenrechtslage in Katar hat sie sich „eigentlich vorgenommen, die WM nicht zu gucken.“

„Meine Technik, mein Passspiel, das Auge für den Mitspieler – und eigentlich auch mein Torwille“, nennt Schrem als persönliche Stärken auf dem Fußballfeld. 

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