Neue Medien nutzen
Region, 27.05.2020
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27.05.2020 05:00
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Leserbrief
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Region. Besondere Zeiten, besondere Maßnahmen: Seit Mitte Mai „treffen“ sich die Nachwuchs-Nationalmannschaften des Deutschen Handball-Bundes (DHB) virtuell zum Austausch und um mit Theorie bereit für die Praxis zu werden. Die DHB-Bundestrainer laden ihre Nationalspieler einmal pro Woche virtuell für rund eine Stunde ein, um sich auszutauschen, Trainingspläne zu optimieren sowie Taktikschulung und Teambuilding zu betreiben. In Abstimmung mit allen Bundestrainern der Jugend- und Junioren-Nationalmannschaften hat Jochen Beppler (DHB-Chef-Bundestrainer Nachwuchs) diese Online-Lehrgänge konzeptioniert und koordiniert.

Die Aufgabenstellungen für die einzelnen Mannschaften sind unterschiedlich. Die weibliche Jugend von Maik Nowak erstellt zum Beispiel Trainingsvideos, die Junioren von Martin Heuberger analysieren WM-Spiele, die männliche Jugend muss die Grundlage des Abwehrspiels zusammenfassen und später präsentieren. „Uns ist vor allem wichtig, dass der Kontakt zu unseren Talenten nicht abreißt, und dass wir die Spieler auch begleiten, wenn wir sie persönlich nicht treffen können“, sagt Beppler. „Von diesem Einsatz neuer Medien wird der DHB langfristig profitieren“, ist sich Beppler sicher.

„Natürlich haben wir uns auch mit allen Spielerinnen und Spielern über ihre allgemeine Situation außerhalb des Handballs unterhalten. Und auch dabei konnten die Gruppen von vielen Tipps und Erfahrungen profitieren“, sagt Jugend-Nationalcoach Erik Wudtke, für dessen U18/U19-Team auch der Weinheimer Torhüter Mats Grupe (Rhein-Neckar Löwen) nominiert ist. Am Anfang aller Online-Lehrgänge stand eine Analyse der Trainingspläne jeder einzelnen Spielerin und jedes einzelnen Spielers. „Da gab es teilweise gravierende Unterschiede, speziell was die Bundesländer und den Grad der Restriktionen betrifft.“

Wudtke mit Online-Erfahrung

Alle Talente geben ihre Trainingsinhalte in die DHB-Datenbank ein, die Bundestrainer können diese Daten also schnell auslesen und auswerten. Im nächsten Schritt wird dann virtuell an der Taktik gefeilt, mit der Arbeit an Abwehr- und Angriffskonzepten. „Wenn sich die Spielerinnen und Spieler theoretisch mit handballspezifischen Themen befassen, fällt der Einstieg in die Praxis viel leichter“, betont Wudtke, der in seiner früheren Tätigkeit an der Kölner Trainerakademie schon häufig mit Videoschulungen und Webinaren gearbeitet hatte.

Aus dieser Zeit hat Wudtke auch seine berühmten Handball-Quizze, an der aktuell auch die Nationalmannschaften teilnehmen. „Wenn dort jüngerer gegen älterer Jahrgang oder Außen gegen Rückraum antritt, ist auch das gut fürs Teambuilding“, sagt Wudtke. dosb

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