Punkt nach dem Schlusspfiff
Großsachsen, 26.09.2022
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26.09.2022 05:00
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Großsachsen. Der TVG Großsachsen bleibt auch nach dem dritten Saisonspiel in der Handball-Oberliga weiterhin ungeschlagen. Zu einem Sieg gegen den starken HC Neuenbürg reichte es in der Sachsenhalle beim 24:24 (13:10) aber nicht. Im Gegenteil, Patrick Buschsieper bewies Nervenstärke und verwandelte nach dem Schlusspfiff noch einen Siebenmeter zum Ausgleich.

Es war der Schlussakt nach einer wahren Achterbahnfahrt, in der beide Teams mehrfach die Chancen hatten, um das Spiel für sich zu entscheiden. Ohne Rechtsaußen Simon Spilger legte der TVG Großsachsen zu Beginn immer vor. Dank des starken Leon Hoblaj im Gehäuse des TVG brauchte der Gast fast elf Minuten, um sein erstes Tor zu erzielen. Dass Großsachsen zu diesem Zeitpunkt nur mit 3:0 führte, lag am ebenfalls sehr starken Gästetorhüter Konstantin Regelmann. Aber die Mannschaft von Trainer Stefan Pohl schien die Partie im Griff zu haben, führte meist mit drei oder vier Toren und wirkte vermeintlich souverän. Zur Pause ärgerten sich die 250 Fans, dass Großsachsen nicht mit fünf oder sechs Treffern Differenz führte, denn die Chancen dazu waren allemal da.

So aber kam der HCN weitaus besser aus der Kabine. Großsachsen wirkte nach dem zwischenzeitlichen 14:10 (31.) wie gelähmt. Im Angriff kam man nicht einmal mehr zu Abschlüssen und warf die Bälle gleich reihenweise weg. Neuenbürg ließ sich nicht zweimal bitten und ging beim 15:17 (44.) erstmals mit zwei Treffern in Führung.

Wer jetzt dachte, der Gast sei am Drücker, sah sich getäuscht und hatte die Rechnung ohne Hannes Weindl und Benedikt Meiser gemacht. Die Rückraumspieler drehten das Spiel im Alleingang zur 20:17-Führung in der 50. Minute. Doch plötzlich war es wieder vorbei mit der Saasemer Herrlichkeit. Neuenbürg schlug zurück und sah beim 22:24 (59.) wie der sichere Sieger aus. Der Anschluss 20 Sekunden vor dem Ende durch Hannes Weindl schien zu spät zu kommen.

Neuenbürg nahm bei angezeigtem passiven Spiel acht Sekunden vor dem Ende eine Auszeit. Aus dem noch drei erlaubten Pässen wurden aber vier. Die Schiedsrichter pfiffen zwei Sekunden vor Schluss Zeitspiel. Der Außenspieler des HCN warf deutlich nach dem Pfiff den Ball noch ins Tor des TVG. Was folgte, war der Schlusspfiff mit dem vermeintlichen Sieger Neuenbürg. Nach Beschwerden des TVG und Beratung der Schiedsrichter mit dem Kampfgericht erfolgte die Rote Karte für den Spieler des HCN und Siebenmeter für Großsachsen. Alles regelkonform, weil die Gäste einen letzten Angriff der Gastgeber verhindert hatten. Nach schier endlosen Diskussionen behielt Patrick Buschsieper die Nerven und sicherte dem TVG einen nicht mehr für möglich gehaltenen Punkt. Angesichts des Spielverlaufes ein glückliches Ende, angesichts der vergebenen Möglichkeiten auch ein verschenkter Punkt.

TVG-Trainer Stefan Pohl haderte anschließend besonders mit den 15 Minuten nach der Halbzeit: „Da kommen wir im Angriff nicht einmal mehr zu einem Abschluss, machen einen Fehler nach dem anderen und verlieren völlig den Kopf. Wenn wir ein Spitzenteam sein wollen, dürfen wir uns solche Aussetzer nicht erlauben. Das sind wir aber noch nicht, das hat man heute gesehen. Wir arbeiten aber hart daran, genau diese Fehler abzustellen.“ hm
TV Germania Großsachsen:
Hoblaj, Lieb; Buschsieper (9/7), Weindl (6), Meiser (4), König (3), Seganfreddo (1), Reisig (1), Straub, Spindler, Schneider, Kadel, Burkard.

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