Mehr Masken, weniger Besuche
Kreis Bergstraße, 16.10.2020
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16.10.2020 17:38
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Leserbrief
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Kreis Bergstraße. Angesichts der rasant steigenden Zahl an positiven Coronatests im Kreis Bergstraße und des weiterhin sehr dynamischen Infektionsgeschehens macht das Landratsamt heute eine Allgemeinverfügung bekannt, die mit ihrer Veröffentlichung sofortige Gültigkeit für alle Bürgerinnen und Bürger des Kreises hat (wir haben berichtet).

Damit gilt ab sofort in Gastronomiebetrieben und Übernachtungsbetrieben sowie Mensen, Kantinen, Cafés, Eiscafés und Eisdielen Maskenpflicht beim Betreten und Verlassen der Räumlichkeiten sowie in Gängen und beim Aufsuchen von Gemeinschaftseinrichtungen. Ausnahmen sind vorgesehen für Kinder unter 6 Jahren oder Personen, die aufgrund einer gesundheitlichen Beeinträchtigung oder Behinderung keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen können.

In Krankenhäuser sowie Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen, in denen eine den Krankenhäusern vergleichbare medizinische Versorgung erfolgt, sollen Besuche stärker gesteuert werden. Das Gleiche gilt für Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter oder pflegebedürftiger Menschen. Besuche in Einrichtungen für die gemeinschaftliche Unterbringung von Asylbewerbern, vollziehbar Ausreisepflichtigen, Flüchtlingen und Spätaussiedlern sind grundsätzlich verboten. Diese Regelungen der Allgemeinverfügung sollen zunächst bis 31. Oktober gelten.

Anmeldepflicht ab 100 Besucher

Zusammenkünfte und Veranstaltungen sowie Kulturangebote, wie Theater, Opern, Konzerte oder Kinos mit einer Teilnehmerzahl von über 250 Personen werden durch das zuständige Kreisgesundheitsamt nicht mehr genehmigt. Bereits erteilte Genehmigungen für Veranstaltungen mit mehr als 250 Personen seien dann unwirksam und erlöschen, informiert der Kreis Bergstraße. Darüber hinaus gilt für entsprechende Veranstaltungen mit einer Teilnehmerzahl von über 100 Personen eine Anmeldepflicht beim Kreisgesundheitsamt. Diese Regelungen für Veranstaltungen sollen zunächst bis 30. November gelten.

Im Bereich der Schulen ist in Absprache mit dem zuständigen Staatlichen Schulamt vorgesehen, dass der Unterricht an den Grundschulen nur im Klassenverband erfolgen soll. Ab der Sekundarstufe II, auch in den Berufsschulen, besteht – in Ergänzung der bisher bereits durch Landesverordnung geregelten Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes – die Verpflichtung, diesen auch während des Unterrichts zu tragen. In der Sekundarstufe I muss ein Mund-Nasen-Schutz während des klassenübergreifenden Unterrichts getragen werden. Die Regelungen für Schulen sollen zunächst bis 15. November gelten.

Allgemeinverfügung

Die genauen Regelungstatbestände und Ausnahmen können in der Allgemeinverfügung nachgelesen werden, die auch in der heutigen Ausgabe dieser Zeitung veröffentlicht ist. Außerdem wird sie auf der Homepage des Kreises Bergstraße unter www.kreis-bergstrasse.de abrufbar sein.

Landrat Christian Engelhardt teilt dazu mit: „Mit diesen Maßnahmen wollen wir versuchen, das aktuelle Infektionsgeschehen bei uns im Kreis zu reduzieren.“ Engelhardt appelliert dabei an alle Bürgerinnen und Bürger: „Uns wird die Eindämmung des Infektionsgeschehens nicht gelingen, wenn sich nicht alle an die geltenden Maßnahmen halten.“

Die Schließung von Schulen und Kindertagesstätten, die Abschottung von älteren und kranken Menschen, die massive Beschränkung der sozialen Kontakte, aber auch wirtschaftliche Probleme, einschließlich der Sorgen um den Erhalt des Arbeitsplatzes seien die Folgen eines Lock-Downs, der mit diesen Maßnahmen verhindert werden soll. „Es darf deshalb auch nicht sein, dass die vielen, die sich an die aktuellen Regeln halten, unter der Unvernunft einiger weniger leiden müssen. Wir werden deshalb auch die Einhaltung der Regeln kontrollieren lassen“, stellt Engelhardt klar.

Der Bergsträßer Landrat hat daher bereits am Mittwoch mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern der Städte und Gemeinden gesprochen und um Unterstützung durch die Ordnungsämter der Kommunen gebeten.

Der Schlüssel für die Eindämmung des Virus, so Gesundheitsdezernentin Diana Stolz, sei insbesondere auch die Kontaktverfolgung, welche das Gesundheitsamt leistet. Schon jetzt sei zu beobachten, dass bei vielen der in letzter Zeit festgestellten Neuinfizierten nicht gleich festgestellt werden konnte, wo sich diese angesteckt hatten. Die Gesundheitsdezernentin appelliert deshalb auch an die Bürgerinnen und Bürger, die Corona-App zu nutzen.

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