Mehr Unfälle, weniger Tote und Verletzte
Region, 14.05.2020
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14.05.2020 05:00
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Region. Das Polizeipräsidium Südhessen (PPSH) hat die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2019 veröffentlicht. Demnach gibt es rückläufige Zahlen bei schweren Personenschäden und tödlichen Unfällen, allerdings mehr Verkehrsunfallfluchten und Wildunfälle. Die Anzahl der polizeilich registrierten Verkehrsunfälle im PPSH-Bereich ist im Vergleich zum Vorjahr zwar um 1,9 Prozent gestiegen. „Der Anstieg ist aber ausschließlich Sachschadensunfällen zuzurechnen“, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Bei Unfällen mit Personenschaden sei hingegen ein Rückgang um 4,8 Prozent zu verzeichnen, bei Unfällen mit schwer oder tödlich verletzten Beteiligten sogar um 6,5 Prozent.

Zahlen aus dem Kreis Bergstraße

Im Kreis Bergstraße hat die Polizei 4736 Unfälle im Jahr 2019 registriert. Das sind 75 weniger als 2018. Fünf Menschen kamen dabei ums Leben (2018: 8), 141 wurden schwer verletzt. 2018 lag die Zahl der Schwerverletzten noch bei 168. Sie sank also ebenso wie die Zahl der Leichtverletzten, Letztere von 875 auf 770. Insgesamt kamen im vergangenen Jahr bei 723 Unfällen im Kreis Menschen zu Schaden, 4013-mal blieb es bei Sachschaden. 1551-mal kam es 2019 bei Unfällen im Kreis zu einer Fahrerflucht. Das ist der Höchstwert seit 2015, trotz teilweise gesunkener Gesamtunfallzahl.

Bei 31 Unfällen in Südhessen wurden 2019 Verkehrsteilnehmer tödlich verletzt. Insgesamt starben dabei 34 Menschen. „Das stellt die drittniedrigste Zahl seit Einführung der elektronischen Unfallerfassung im Jahr 2006 dar“, informiert das PPSH. 2018 waren es 60 Getötete bei 58 Verkehrsunfällen. Dieser Rückgang sei vor allem den motorisierten Zweiradfahrern zuzuordnen. Nach dem Anstieg von tödlich Verunglückten im Jahr 2018 wurde sich diesem Themenfeld als regionalem Schwerpunkt mit polizeilichen Maßnahmen noch intensiver angenommen. „Nicht zuletzt hierdurch konnte die positive Entwicklung der Unfallzahlen erreicht werden“, heißt es weiter. Die Zahl dieser Unfälle sank von 835 auf 725. Fünf motorisierte Zweiradfahrer kamen ums Leben. Das entspricht einem Rückgang um 79,2 Prozent.

Höchststand bei Unfallfluchten

Im PPHS-Bereich haben die Verkehrsunfallfluchten mit 7130 einen historischen Höchststand erreicht. Demnach haben sich bei 28,8 Prozent aller im Polizeipräsidium Südhessen 2019 polizeilich aufgenommenen Verkehrsunfälle die Unfallverursacher unerlaubt vom Unfallort entfernt.

Im Bereich der Wildunfälle ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung von 71 Unfällen (3 Prozent) zu verzeichnen. Mit 2407 polizeilich registrierten Wildunfällen liegt die Zahl im Langzeitvergleich weiterhin auf einem hohen Niveau.

Wie in den vergangenen Jahren ist bei der Altersgruppe der Senioren ab 75 Jahren ein Anstieg der Unfallzahl zu verzeichnen. Im Vergleich zum Vorjahr wurden 2019 mit 2201 Unfällen 1,5 Prozent mehr Unfälle polizeilich aufgenommen. Der Anstieg sei vor allem Autofahrern dieser Altersgruppe (von 1998 auf 2040) zuzurechnen. Trotz der Steigerung der Unfallzahl ist die Zahl der dabei Verunglückten um 5,4 Prozent gesunken.

Im Jahr 2019 wurden 311 Unfälle mit Kinderbeteiligung (0 bis 13 Jahre) registriert. Dies bedeutet einen Rückgang um 6,9 Prozent. Bedauerlich ist die Steigerung bei den Verunglückten um 1 Prozent auf 316. Dies sei vor allem auf die Unfallbeteiligung von Kindern als Mitfahrer in Autos und als Fahrradfahrer zurückzuführen.

Verstärkte Kontrollen

Laut PPHS wurden im Jahr 2019 verstärkt Parkplätze und Rastanlagen entlang der Autobahnen kontrolliert. Ziel war „die Verhinderung von Fahrten unter Alkoholeinfluss im gewerblichen Güterverkehr“. Auf diese Weise konnten alleine von der Polizeiautobahnstation 235 Trunkenheitsfahrten verhindert werden. In 138 Fällen wurden hierzu Parkkrallen an den Lastwagen angebracht.

Darüber hinaus wurden in Südhessen im vergangenen Jahr bei 1954 Verkehrsteilnehmer im Rahmen von Polizeikontrollen der Einfluss berauschender Mittel bei der Teilnahme am Straßenverkehr festgestellt. Hinzu kommen 568 Unfälle, bei denen Konsum von Alkohol oder Drogen zumindest mitursächlich für den Unfall war.

„Vielen Verkehrsteilnehmern ist hierbei – neben den strafrechtlichen Konsequenzen – oft nicht bewusst, wie weitreichend die Folgen auch beispielsweise im Hinblick auf den Verlust des Arbeitsplatzes oder des Versicherungsschutzes sein können“, erklärt das Polizeipräsidium. -/arn 


Die Unfallbelastung (Unfälle je 1000 Einwohner) im gesamten Landkreis Bergstraße lag 2019 bei 17,55.

Bei den Kommunen im Kreis weist Wald-Michelbach (24,23) die höchste Unfallbelastung aus. Gefolgt von Viernheim (23,19) und Heppenheim (23,05).

Ebenfalls über dem Kreisschnitt liegen unter anderem Fürth (19,78) und Abtsteinach (18,44).

Die niedrigste Unfallbelastung im Kreis hatte 2019 Gorxheimertal (6,83).

Ebenfalls unter dem Kreisschnitt liegen unter anderem Mörlenbach (16,27), Birkenau (13,77) Grasellenbach (12,88), Rimbach (10,49) und Lindenfels (7,66).

Bei Unfällen mit Personenschäden (Kreisschnitt: 2,68) liegt Fürth (4,28) fast an der Spitze der Liste im Kreis Bergstraße, nur übertroffen von Hirschhorn (4,34).

Wald-Michelbach (3,29), Abtsteinach (3,28) und Mörlenbach (2,98) liegen über dem Kreisschnitt, Rimbach (2,21), Lindenfels (2,16), Grasellenbach (1,94), Birkenau (1,62) und Gorxheimertal (0,98) darunter.

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