Miramar: 25-Jähriger soll Frau vergewaltigt haben
Weinheim, 19.07.2018
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19.07.2018 06:00
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Weinheim. Ein 25-jähriger Mann steht im dringenden Verdacht, am Dienstagabend eine Frau im FKK-Berich des Freizeitbads Miramar in Weinheim vergewaltigt zu haben. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in einer gemeinsamen Presseerklärung mitteilen, wurde durch das Amtsgericht Mannheim Haftbefehl gegen den 25-jährigen Mannheimer erlassen. 

Der Mann soll kurz nach 21 Uhr den Weinheimer Waidsee durchschwommen haben und so in den textilfreien Bereich eines Freizeitbades gelangt sein. Dort habe er eine am Badestrand sitzende 49-jährige Frau aus sexuellen Motiven angesprochen. Nachdem diese abgelehnt hatte, soll er ihr mehrfach mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihr gedroht haben, sie umzubringen, sollte sie um Hilfe schreien.

Anschließend habe er den Hals der Frau umgriffen, diese gewürgt und schließlich vergewaltigt. In einem günstigen Moment gelang der Geschädigten die Flucht und sie konnte die Polizei verständigen, heißt es in der Pressemitteilung. Der Tatverdächtige flüchtete und schwamm durch den Waidsee in Richtung des öffentlichen Bereichs. Dort verließ er das Wasser, kleidete sich wieder an und setzte seine Flucht zu Fuß fort.

Die Geschädigte erlitt durch die Schläge Verletzungen im Gesicht, am Rücken und am Schienbein.

Im Rahmen der Fahndung konnte der Tatverdächtige kurz vor 22 Uhr unweit des Tatortes festgenommen werden.

Nach der Vorführung beim Haft- und Ermittlungsrichter beim Amtsgericht Mannheim wurde der Beschuldigte in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert.

Die weiteren Ermittlungen von Staatsanwaltschaft Mannheim und Kriminalkommissariat Mannheim dauern an.

Das Freizeitbad war in den Monaten Februar und März dieses Jahres mehrfach in die Kritik geraten, nachdem bekannt geworden war, dass von Anfang 2017 bis Ende März 2018 insgesamt 25 Sexualstraftaten im Miramar-Umfeld zur Anzeige gebracht worden waren. Davon waren in acht Fällen Minderjährige betroffen (wir haben berichtet). Insgesamt sprach die Polizei damals von durchschnittlich zwei Vorfällen pro Monat. Die Öffentlichkeit wurde über diese Vorfälle in der Vergangenheit nicht informiert. Dass diese Fälle überhaupt bekannt wurden, ist einer Mutter zu verdanken, die sich Ende Februar an die wnoz-Redaktion gewandt hatte.

Sie war mit mehreren Kindern im Miramar unterwegs gewesen. Eines der Kinder – ein zehnjähriges Mädchen – war von einem Mann unter anderem zwischen die Beine gegriffen worden.

Erst durch Nachhaken der WN-Redaktion bei der Polizei kamen nach und nach sämtliche Zahlen auf den Tisch. Daraufhin sprachen mehrere Leser von einer „Rufmordkampagne“ gegen das Miramar. Einige forderten Vergleichszahlen mit anderen Bädern in der Region. Auch die hat die Redaktion Ende März veröffentlicht: Insgesamt kam es in den Freizeitbädern in Weinheim, Sinsheim, Schwetzingen, Walldorf und Hockenheim von Anfang 2017 bis März 2018 zu 30 Anzeigen wegen Sexualstraftaten. 25 davon stammen aus dem Umfeld des Miramar.

Seit Ende März war es dann ruhig geworden um das Freizeitbad. Ob es zwischen damals und Dienstagabend zu weiteren angezeigten Sexualdelikten im Miramar gekommen ist, konnte die Pressestelle der Polizei Mannheim am Donnerstag nicht beantworten. Es wird nachberichtet. 

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19.07.2018 06:00
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