Nach 16 Jahren bleibt Leere
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23.10.2021 05:00
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Leserbrief
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Zur Wahlniederlage der CDU

Die Wahlniederlage der CDU hat den Blick freigegeben auf große inhaltliche Leere nach 16 Jahre Merkel-Kanzlerschaft, wobei in den vergangenen sechs Jahren eine Menge schief gelaufen ist. Die Ratlosigkeit ist groß, denn die CDU befindet sich in einem beklagenswerten Zustand. Die bittere Diagnose von Merz – die CDU sei insolvenzgefährdet – zeigt die desaströse Lage. Klar sehend bewerten Armin Laschet und Friedrich Merz die Ampelpläne wohlwollend als ordentlich bis beachtlich. Fraktionschef Brinkhaus hingegen bläst blindwütig und unüberlegt zur Attacke gegen die stramme Linksagenda und glaubt, damit den desolaten Zustand der CDU abmildern oder zudecken zu können. Größer könnte der Gegensatz in der CDU nicht sein. Diese muss nun endlich einsehen, dass ihr künftig die Oppositionsrolle zukommt, aus der sie vielleicht gestärkt hervorgeht. Das Treffen in Münster läutet in der Union bereits eine neue Phase des Umbruchs ein. Auf dem Deutschlandtag der Jungen Union gab es neben einem Schaulaufen der „Stars“, eine Selbstermächtigung der Basis. Was die jungen Politiker nach außen kehrten, war der Ernst, die Leidenschaft, aber auch das bürgerlich Antiautoritäre. Es hat den Anschein, als ob die CDU mit der JU auf einem breiten, stabilen Fundament sich erneuern kann. Eine Rückkehr der CDU zur Volkspartei ist allerdings eine Herkulesaufgabe: „Denn im Osten muss die CDU konservativer werden, in den Städten liberaler, bei den jungen Menschen moderner. Zudem braucht die Partei mehr Frauen, damit sie diese Gruppe besser vertreten und ansprechen kann.

Hermann Tatzel, Weinheim

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