Neue Chefärztin in der Gynäkologie
Kreis Bergstraße, 01.02.2020
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01.02.2020 05:00
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Leserbrief
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Kreis Bergstraße. Chefärztinnenwechsel am Kreiskrankenhaus Bergstraße. Ende Januar hat Dr. Ursula Hurst in dem zum Heidelberger Universitätsklinikum gehörenden Haus in Heppenheim die Leitung des Fachbereichs Gynäkologie und Geburtshilfe abgegeben, Dr. Cordula Müller hat die Position übernommen. Bei einer Feier wurde Dr. Hurst in den Ruhestand verabschiedet, gleichzeitig hat sich ihre Nachfolgerin den Mitarbeitern und niedergelassenen Ärzten der Region vorgestellt.

Auch wenn der Übergang fließend sei, so sei es doch keine gewöhnliche Stabübergabe, die hier vollzogen wird. „Mit Dr. Hurst geht eine hoch qualifizierte Fachärztin. Zudem hat sie die Entwicklung des Kreiskrankenhauses in den zurückliegenden Jahren entscheidend mitgeprägt“, wie es in der Mitteilung des Kreiskrankenhauses heißt. Intern sei die Medizinerin über den eigenen Fachbereich hinaus an vielen Stellen präsent gewesen, ihre medizinische Expertise wurde von Kollegen und Krankenhausleitung gleichermaßen geschätzt. Dr. Hurst war Motor und Ratgeberin mit Weitsicht. Und nach außen habe sie dem Kreiskrankenhaus an vielen Stellen ein Gesicht gegeben. Sie habe sich für die Belange des Hauses, für die Stärkung des Bewusstseins um die Frauengesundheit und für die Anliegen von Frauen eingesetzt. Dass sich Dr. Hurst weiter in der Region engagieren wird, klang bei der Verabschiedung an. „Ich habe noch viel vor, Sie werden von mir hören“, sagte die Ärztin mit einem Augenzwinkern. Mehr wollte sie zunächst aber nicht verraten.

Fünfzehn Jahre stand Dr. Hurst im Kreiskrankenhaus an der Spitze der Gynäkologie und Geburtshilfe, eine Zeit, in der sie den Bereich ausgebaut hat. „Die Frauenklinik in Heppenheim hat unter ihrer Leitung über die Region hinaus Zuspruch gefunden und ist zur festen Größe in der medizinischen Landschaft Südhessens und Nordbadens geworden. Was gleichermaßen für das angegliederte Brustzentrum gilt“, heißt es in der Mitteilung des Kreiskrankenhauses.

Interdisziplinäres Arbeiten

Schon kurz nach ihrem Wechsel Anfang 2005 von Duisburg an die Bergstraße habe die Medizinerin mit dem Aufbau des Zentrums begonnen und dies zur Zertifizierung geführt. Zugleich habe die Gynäkologin das interdisziplinäre Arbeiten im Krankenhaus gefördert und ein enges Netzwerk mit niedergelassenen Ärzten geknüpft. Ein Miteinander, das ihr im Sinne der bestmöglichen Patientenversorgung stets wichtig war.

Ebenso war es ihr, die etliche Jahre einen Platz in der Krankenhausleitung hatte, ein stetes Anliegen, zum Wohle der Patienten und des Krankenhausstandortes in die Gesellschaft und Politik hineinzuwirken. Zu den jüngsten Projekten, die unter ihrer Federführung realisiert wurden, gehören die Erweiterung des Leistungsspektrums der Geburtshilfe um das Konzept des hebammengeleiteten Kreißsaals und die Zertifizierung des Hauses als „Babyfreundliche Geburtsklinik“ entsprechend der Vorgaben der Weltgesundheitsorganisation und des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen Unicef.

Ihr Einsatz wurde zum Abschied von der Spitze des Kreiskrankenhauses, führenden Vertretern des Universitätsklinikums Heidelberg sowie des Kreises Bergstraße gewürdigt. Wobei Dr. Hurst betonte, dass alles Erreichte nur durch Teamarbeit möglich werden konnte. Der Dank ging an ihre Mitarbeiter. „Ich war nie allein“, sagte die Chefärztin im Rückblick.

Dr. Cordula Müller tritt die Nachfolge von Dr. Hurst als Chefärztin der Gynäkologie und Geburtshilfe am Kreiskrankenhaus Bergstraße an. Die 50-Jährige hat im Saarland studiert und kommt nach beruflichen Stationen in Neunkirchen, Speyer und Frankfurt mit Verantwortung als leitende Oberärztin und zuletzt Chefärztin nach Heppenheim. Ihren neuen Verantwortungsbereich an der Bergstraße sieht sie als „eine Frauenklinik, die sehr gut bestellt ist.“ Die Fußstapfen, in die sie trete, seien große, sie werde „aber auch neue Wege gehen“. Dabei wisse sie um ein „qualifiziertes und engagiertes Team“. Sie setzt wie ihre Vorgängerin auf einen engen Dialog mit den niedergelassenen Ärzten. Besondere Schwerpunkte hat die Fachärztin schon früh im Bereich der gynäkologischen Onkologie gesetzt und vertieft. Entsprechende operative und onkologische Expertise bringt sie in das Brustzentrum sowie bei der Behandlung anderer gynäkologischer Krebserkrankungen im Haus ein. Einen weiteren Schwerpunkt stellt die Behandlung von Inkontinenz und Senkungsproblemen dar. Ebenso misst Dr. Müller dem weiteren Ausbau der Geburtshilfe große Bedeutung zu. Ihren Fachbereich sieht sie an der neuen Wirkungsstätte in seiner Gesamtheit als Anlaufstelle für Frauen in unterschiedlichen Lebenslagen, die neue Chefärztin spricht von einem „Zentrum für Frauengesundheit“.

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