Nicht zum Guten verändert
18.01.2020
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18.01.2020 05:00
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Leserbrief
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Hemsbacher Entwicklung

Ich bin 1940 in Hemsbach geboren. Hemsbach war damals ein erfolgreiches Dorf. Mein Urgroßvater Josef (Josel) hat die Volksschule gebaut. Es gab viele Gasthäuser mit Sälen. Im Sport war Hemsbach sehr stark. Die SG spielte Amateurliga gegen Mannschaften wie den FV 09 Weinheim, Ladenburg und viele mehr. Die Handballer spielten damals noch Feldhandball und waren ebenfalls sehr erfolgreich. 1954 sahen wir im Gasthaus „Zum Ratskeller“ die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft. Es gab auch noch mehrere Straußwirtschaften und viele Hausmetzger. Es gab einen Sommertagszug, für den mein Vater, der Vieh- und Pferdehändler war, viele Pferde zur Verfügung stellte. Hemsbach war am Bahnhof praktisch zu Ende. Erst später wurde eine Siedlung gebaut, die heute die Weststadt ist. Nach dem Krieg war Karl Guthier Metzger für Pferde und Schafe, der auch den Markt in Mannheim besuchte. Hemsbach hat sich sehr verändert, aber leider nicht zum Besseren. Bürgermeister Hans Michel baute als Gegenleistung für den Autobahnzubringer den Baggersee. Zu meinem Vater kamen Bauern aus den benachbarten Bundesländern, zum Beispiel aus Hessen oder Bayern. Sie schliefen oft bei uns im Heu. Mein Vater besaß auch einen sehr guten Vollbluthengst, wegen dem viele Züchter zu uns kamen. Seit 1973 wohne ich in Fürth. Von der Stadt Hemsbach bin ich sehr enttäuscht.

Erich Schröder, Fürth

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