Party in Hemsbach aufgelöst
Region, 29.03.2020
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29.03.2020 16:13
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Region. Beamte des Polizeipräsidiums Mannheim, das auch für Heidelberg und den Rhein-Neckar-Kreis zuständig ist, haben am Samstag insgesamt fast 1000 Personen kontrolliert. 264 Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz wurden festgestellt. Gegen 217 Personen wurden Bußgeldverfahren, gegen 47 Personen Strafverfahren eingeleitet, teilte die Behörde am Sonntagvormittag mit. „Bis auf wenige, teilweise eklatante Ausnahmen reagierte der überwiegende Teil der Menschen verantwortungsvoll und vernünftig“, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei.

Große Mehrheit vernünftig

Das Polizeipräsidium Mannheim hatte über 30 zusätzliche Streifenwagenbesatzungen zur Überwachung der Einhaltung der Allgemeinverfügungen eingeplant; darunter auch die Reiterstaffel und die Wasserschutzpolizei. Während der überwiegende Teil der Menschen sich verantwortungsvoll verhielt, musste die Polizei in einzelnen Fällen Gartenpartys oder sonstige Versammlungen auflösen.

Absichtlich angehustet

Was in den vergangenen Tagen in mehreren Gemeinden der Region zu einer widerlichen Unsitte wurde, ist am Samstagabend einem 68-jährigen Mann in einem Einkaufsmarkt in Heidelberg-Handschuhsheim widerfahren. Der Mann befand sich gegen 20.30 Uhr in dem Markt in der Dossenheimer Landstraße und hatte sich gerade nach Waren gebückt, als ihn von hinten ein – wie sich später herausstellte – 30-jähriger Mann absichtlich anhustete. Zudem versetzte er dem 68-Jährigen noch einen leichten Ellenbogencheck. Nach kurzer Diskussion informierte der 68-Jährige die Polizei, die den Übeltäter vorläufig festnahm. Wegen des Verdachts der Körperverletzung wurden die Ermittlungen gegen den polnischen Staatsbürger aufgenommen.

In Hemsbach wollte am Samstagabend ein 17-Jähriger in seine Volljährigkeit hineinfeiern und hatte dazu eine Vielzahl von Gästen eingeladen. Als eine Streife gegen 21.30 Uhr dort erschien, waren 17 Personen anwesend. Die Feier wurde von der Polizei aufgelöst.

Eine weitere Party in der Heidelberger Altstadt forderte ein Einschreiten einer Fußstreife des Polizeireviers Heidelberg-Mitte. Eine Fußstreife war gegen 0.45 Uhr auf Lärm durch eine Musikanlage auf einem Balkon im vierten Obergeschoss aufmerksam geworden. Bei der Überprüfung strömte Marihuanageruch aus der Wohnung. In der Wohnung wurden schließlich eine in Betrieb befindliche Aufzuchtanlage für Marihuana inklusive Wärmelampe und einer Filter- und Abluftanlage sowie zehn Marihuanapflanzen vorgefunden. Die zwei Bewohner, eine 24-jährige Frau und ein 25-jähriger Mann, wurden vorläufig festgenommen. Darüber hinaus wurden weitere Personenzusammenkünfte aufgelöst – zum Beispiel hatten sich am Bahnhof in Heddesheim am Samstag um 20 Uhr zehn Personen zusammengefunden, um ihren Durst zu stillen.

Konsequent einschreiten

„Es kostet oft Überzeugungskraft. Aber die meisten Menschen haben verstanden, warum es jetzt so wichtig ist, die sozialen Kontakte zu reduzieren. Sie halten Abstand und reagieren auch bei schönem Wetter zumeist mit Disziplin, Verständnis und Einsicht und halten sich an die Regeln. Danke dafür! Wo die Bestimmungen nicht eingehalten werden, wird die Polizei weiterhin konsequent einschreiten und sanktionieren“, so das Fazit von Polizeipräsident Andreas Stenger.

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