Präzise Diagnose auch im Notfall
Weinheim, 15.07.2020
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15.07.2020 05:15
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Weinheim. Präzise Diagnostik bei möglichst geringer Strahlenbelastung: Voraussichtlich ab August 2020 wird der GRN-Klinik Weinheim erstmals ein eigener Computertomograf (CT) zur Verfügung stehen – ein High-End-Gerät auf modernstem Stand der Medizin, das es in Deutschland bisher nur in großen Krankenhäusern wie Unikliniken gibt. Das schreibt die GRN-Klinik in einer Pressemitteilung.

Gemeinsam mit dem Kardio-MRT, dem Herzkatheterlabor, der Angiografie und dem CT entsteht so in der GRN-Klinik Weinheim in Kürze ein Herzbildgebungszentrum. Eine zusätzliche Zertifizierung für den Bereich Kardio-CT, welche die hohe Qualität der Behandlungen und Erfahrung der Mediziner belegt, wird für das Jahr 2023 angestrebt. Die Umbaumaßnahmen des für das neue CT vorgesehenen Raumes haben bereits begonnen: Der Raum nahe der Notambulanz, in dem bisher endoskopische Untersuchungen und Angiografien durchgeführt wurden, wird in den kommenden Wochen umgerüstet sowie mit leistungsfähigerer Kühlung und Elektrik für das Hightech-Gerät ausgestattet.

Anschaffungskosten übernimmt die Hector Stiftung

Das neue CT soll allen Fachabteilungen der Klinik zur Verfügung stehen. Von der präzisen Bildgebung werden insbesondere Patienten mit Erkrankungen der Herzkranzarterien, der peripheren Gefäße und der Lunge, aber auch Patienten mit Unfallverletzungen und Tumorerkrankungen profitieren. Die Anschaffungskosten von rund zwei Millionen Euro übernimmt mit einer großzügigen Spende die Hector Stiftung. „Ich freue mich sehr, dass wir jetzt auch ein Hochleistungs-CT für alle Patienten zur Verfügung haben werden. Höhere Auflösung bei geringerer Strahlenbelastung ist eindeutig ein Vorteil, den man nicht hoch genug bewerten kann“, sagt Dr. h. c. Hans-Werner Hector, Vorsitzender und Gründer der Hector Stiftungen.

Bisher wurden Patienten der GRN-Klinik zur Computertomografie an die kooperierende Praxis „Radiologie Weinheim“ überwiesen, im Notfall und bei Nacht auch vom Klinikpersonal begleitet. „Ein CT im eigenen Haus erspart unseren Patienten zukünftig diesen Weg, das kommt vor allem Patienten in einem kritischen Gesundheitszustand zugute“, sagt Professor Dr. Grigorios Korosoglou, Chefarzt für Innere Medizin, Bereich Kardiologie, Angiologie und Pneumologie und Initiator dieser aus seiner Sicht „tollen Anschaffung“.

Ein klarer Vorteil sei zudem die unmittelbare Nähe zur Notambulanz: Eine präzise Bildgebung bei Notfallpatienten ist bei Bedarf dann schnell durchführbar. Dem einen oder anderen Patienten kann dank dieser diagnostischen Untersuchung möglicherweise ein Eingriff im Herzkatheterlabor erspart werden. Das heißt, außer in akuten Notfällen wie bei einem Herzinfarkt, wird die Durchblutung des Herzens in Zukunft erst im CT genau betrachtet und dann entschieden, ob ein Eingriff notwendig ist. „Mit einer niedrigen Strahlenexposition und geringer Kontrastmitteldosis kann mit diesem modernen Gerät eine Verengung der Herzkranzarterien mit hoher Genauigkeit ausgeschlossen werden, sodass sich bei solchen Patienten eine invasive Herzkatheterdiagnostik erübrigt“, sagt Prof. Dr. Korosoglou und führt weiter aus: „Hochrisikopatienten mit gefährlichen Verstopfungen der Herzkranz-arterien, die dringlich einen Eingriff benötigen, können andererseits sicher und rechtzeitig mittels einer Kardio-CT-Untersuchung identifiziert werden.“ Diese hervorragende Herzbildgebung ist für den Kardiologen Prof. Dr. Korosoglou, der seine Abteilung zum Herzbildgebungszentrum ausweiten möchte, entscheidend: „Dazu benötigt man ein besonders leistungsstarkes Gerät, das Bilder der Herzkranzarterien in hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung liefert. Bisher stand ein solches High-End-CT in Weinheim nicht zur Verfügung, Patienten mussten für diese Diagnostik eine größere Klinik aufsuchen.“

Auch bei Corona-Verdacht

Darüber hinaus ist die Neuanschaffung für alle in der Klinik benötigten CT-Untersuchungen geeignet – von der Diagnostik innerer Verletzungen bis hin zur präzisen Lokalisation von Entzündungen und Tumoren im ganzen Körper. Möglicherweise kann das CT zukünftig auch die Diagnostik von Covid-19 bei Risikopatienten verbessern: „Es zeigt typische Lungenveränderungen teils noch vor dem Virusnachweis im Rachenabstrich an. Das könnte eine rechtzeitige Isolation und Behandlung erleichtern“, so der Mediziner.

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