Sabine: Umgestürzte Bäume, zahllose Einsätze
Region, 10.02.2020
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10.02.2020 10:20
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Region. Heftige Windböen und Starkregen haben Polizei und Feuerwehr in der Nacht zum Montag im in Atem gehalten. Erste Auswirkungen des Orkans „Sabine“ zeigten sich ab 19.30 Uhr. Richtig los ging es ab 3 Uhr am Montagmorgen, als die Polizei praktisch im Minutentakt zu Einsätzen in der gesamten Region gerufen wurde.  

13.54 Uhr: Auf der A67 hat sich um 11 Uhr ein tödlicher Unfall ereignet. Ein Lastwagen stieß am Montag gegen 11 Uhr zwischen der Anschlussstelle Lorsch und dem Autobahndreieck Viernheim mit einem Sperranhänger zusammen, der dort zur Absicherung von Aufräumarbeiten im Bereich der Standspur aufgestellt worden war. Der Fahrer des Lastwagens wurde im Führerhaus eingeklemmt und so schwer verletzt, dass er noch an der Unfallstelle starb, schreibt das Polizeipräsidium Südhessen in einer Pressemitteilung. Die A 67 wurde in südlicher Richtung ab der Anschlussstelle Lorsch voll gesperrt, zwischenzeitlich kam es zu einem fünf Kilometer langen Stau.

11.55 Uhr: Das Sturmtief „Sabine“ bescherte auch den Kameradinnen und Kameraden der Abteilung Lützelsachsen-Hohensachsen eine kurze Nacht. Gegen 4.20 Uhr wurde die Abteilung zu mehreren Einsätzen alarmiert. Unter anderem waren im Verlauf der Talstraße auf einer Strecke von 300 Metern gleich zwei große Bäume umgestürzt und blockierten die Straße. Die Bäume wurden zerkleinert und am Fahrbahnrand gelagert. Pünktlich zum Berufsverkehr konnte die Strecke wieder freigegeben werden. Insgesamt arbeiteten die Einsatzkräfte vier Einsätze ab. Die Abteilung Stadt der Feuerwehr Weinheim wurde dann am Vormittag in die Weschnitzstraße gerufen. Mehrere abgeknickte Baumteile wurden durch die Einsatzkräfte beseitigt und am Straßenrand gelagert. 11.00 Uhr: 

In Hemsbach ist der Mühlweg in Höhe des jüdischen Friedhofs voll gesperrt. Dort sind einige Bäume beschädigt beziehungsweise  umgeweht worden. Die Sperrung wird noch bis mindestens Dienstagabend andauern, da wegen des anhaltenden Sturms keine Aufräumarbeiten möglich sind. Das schreibt die Stadt Hemsbach in einer Pressemitteiliung. 

10.25 Uhr: Nach wie vor fahren auch keine Züge in Baden-Württemberg und Hessen. Die Deutsche Bahn hat jetzt mitgeteilt, dass der Regional- und S-Bahnverkehr frühestens am Mittag wieder sukzessive startet. Mit Ausfällen und Behinderungen sei den ganzen Tag zu rechnen. Bevor Züge wieder fahren, werden auf jeder Strecke Erkundungsfahrten durchgeführt. Soweit möglich wird der Verkehr im Anschluss an etwaige Reparaturarbeiten dann auf den Strecken wieder aufgenommen. Die Deutsche Bahn empfiehlt Fahrgästen sich rechtzeitig vor Reiseantritt  über die aktuelle Verkehrslage zu informieren und auch ab Mittag eine längere Reisezeit einzuplanen. Über die Dauer der Beeinträchtigungen kann die Bahn derzeit noch keine Aussage treffen.

10.20 Uhr: Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) beginnt in Kürze mit einer schrittweisen Wiederinbetriebnahme aller Buslinien an allen Standorten. Zeitgleich werden erste Werkstattbahnen auf die jeweiligen Schienenstrecken geschickt, um die Befahrbarkeit der Gleise sicherzustellen. Eine Fahrgastbeförderung ist mit diesen Fahrten aus Sicherheitsgründen noch nicht möglich, diese Fahrten sind deshalb als „Werkstattfahrten“ gekennzeichnet. Der Straßenbahnbetrieb kann heute voraussichtlich gegen 12 Uhr schrittweise wieder aufgenommen werden.

9.55 Uhr: Das Kreisforstamt warnt davor, Wälder zu betreten. Es bestehe Lebensgefahr. Der Waldbesuch ist laut Amtsleiter Manfred Robens auch in den nächsten Tagen noch sehr gefährlich: „Häufig treten Astabbrüche oder umstürzende Bäume erst mit Verzögerung nach einem Sturm auf. Das Kreisforstamt warnt deshalb dringend vor den Gefahren im Wald und rät von Waldspaziergängen bis Ende dieser Woche ab.“ Bis alle Waldwege wieder frei sind, kann es noch einige Zeit dauern.

9.40 Uhr: Im Bereich der K4125 und am Hainbusch in Oberflockenbach sind weitere Bäume umgestürzt. Die Straße wurde frei geräumt. Um die Bäume im Hangbereich kümmert sich die Straßenmeisterei. In der Cestarostraße ist ein Baum auf ein Haus gestürzt. Hier waren außer Sicherungsmaßnahmen keine weiteren Tätigkeiten von der Feuerwehr notwendig, heißt es in einer ersten Mitteilung auf der Facebook-Seite der Feuerwehr. 

9.25 Uhr: Die AVR informiert, dass wegen des Sturmes am heutigen Montag, 10. Februar, die Abfuhr der Abfälle ausfällt. Es besteht die Gefahr, dass geleerte Abfallbehälter sowie bereitgestellte Gegenstände umhergeweht werden und Personen und Gegenstände Schaden nehmen. Die AVR Kommunal bittet darum, alle bereitgestellten Abfallbehälter zurück auf das Grundstück zu holen und am  morgigen Dienstag, 11. Februar, erneut bereit zu stellen. Damit verschieben sich diese Woche sämtliche Abfuhrtermine um einen Tag. 

8.10 Uhr: Bis 7 Uhr wurden bisher insgesamt 107 Polizeieinsätze gemeldet. Betroffen waren vor allem die Gegenden um Weinheim/Ladenburg, Wiesloch/Sandhausen, Schwetzingen/Oftersheim und Sinsheim/Waibstadt.

Zwanzig umgestürzte Bäume, die größtenteils auch Fahrbahnen wie die A 5 und A 6, sowie die Bundesstraßen 291,292, 38, 39 und die Landesstraßen 532, 536, 546, 597 blockierten, forderten die Rettungskräfte massiv. Teilweise mussten die die Straßen kurzfristig voll gesperrt werden. In Sandhausen beschädigte ein umgestürzter Baum zudem ein Wohnhaus.

In Mannheim wurden überwiegend Wellbleche, Baustellenschilder und Verkehrszeichen aus ihren Verankerungen gerissen. Über alle Fahrbahnen der B 38a ragte kurz nach 3 Uhr ein Baum, der den Einsatz der Feuerwehr notwendig machte.

Vergleichsweise glimpflich ging es in Heidelberg zu. Bis dato sind nur wenige Einsätze bezüglich umgestürzter Bauzäune und Baustellenschilder gemeldet worden.

Um 1.30 Uhr war für die Feuerwehr Oberflockenbach die Nacht erstmal vorbei. Auf der K4125 zwischen Oberflockenbach und Gorxheimertal musste ein Baum beseitigt werden, zwischen Wünschmichelbach und Trösel räumten die Feuerwehrleute Geäst von der Straße und in der Großsachsener Straße würde gemeinsam mit der Polizei die Straße von einen umgestürzten Bauzaun frei gemacht. Auch die Feuerwehr Wald-Michelbach war in der Nacht zum Montag im Einsatz. Sie wurde um 5.27 Uhr zur L3409 alarmiert. Dort blockierte ein Baum die gesamte Fahrbahn zwischen Ober-Mengelbach und Stallenkandel. Um 6.39 Uhr kam direkt der nächste Einsatz. Die L3120 zwischen Kreidach und Weiher war ebenfalls von einem Baum blockiert worden. In beiden Fällen zerkleinerten die Wehrleute die Bäume mit Kettensägen und räumten die Fahrbahn frei.

Es wird noch mit weiteren Polizeeinsätzen im Laufe des Montagvormittages in der gesamten Region gerechnet.
Die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) hat den Betrieb aller Bus- und Straßenbahnlinien am heutigen Montag,  bis auf Weiteres vollständig eingestellt. Betroffen hiervon sind auch alle Buslinien, die durch Subunternehmer der rnv bedient werden sowie die Schulbuslinien im Verkehrsgebiet. 

Aus Sicherheitsgründen fahren vorerst bis 9 Uhr auch keine der VGG Busse. Mit weiteren Ausfällen sei zu rechnen. Der Zugverkehr ist zur Stunde ebenfalls eingestellt.  
Zahlreiche Schulkinder jubeln heute, denn in Hessen findet vielfach kein Unterricht statt. In Baden-Württemberg bleibt die Entscheidung den Eltern überlassen, ob sie es zumutbar finden, ihre Kinder in die Schule zu schicken. 
Unsere Zeitungsausträgerinnen und Zeitungsausträger schreckte das übrigens alles nicht. Die drehten tapfer ihre Runden. Lediglich in einigen, wenigen Bezirken kam es zu Verzögerungen. 

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10.02.2020 10:20
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