Spielzeit 2020/21 fällt komplett aus
Weinheim, 04.07.2020
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04.07.2020 05:05
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Weinheim. Theaterfreunde müssen sich darauf einstellen, dass die Spielzeit 2020/21 der Kulturgemeinde Weinheim komplett ausfällt. Das gab die städtische Pressestelle am späten Freitagnachmittag in einer Pressemitteilung bekannt.

Dass es für das traditionsreiche Kulturgenre in Weinheim künftig neue Strukturen geben soll, war klar, seit die Kulturgemeinde ihre bevorstehende Auflösung bekannt gegeben hat. Der formale Beschluss der Mitglieder des Theatervereins soll am 9. Juli erfolgen (wir berichteten). Nach einer öffentlichen Vorberatung im Kulturausschuss am Mittwoch, 8. Juli, um 19 Uhr in der Stadthalle soll der Gemeinderat am 22. Juli die Eingliederung des Theaters ins Amt für Touristik, Kultur und Öffentlichkeit beschließen. Auf der Arbeitsebene laufen die Gespräche schon seit einiger Zeit.

Nach Angaben der städtischen Pressestelle ist vorgesehen, dass der bisherige Geschäftsführer der Kulturgemeinde, Martin Grieb, künftig im städtischen Kulturbüro eingebunden ist und dort das Theater für Weinheim organisiert. Der Vorstand der Kulturgemeinde soll in einem Programmbeirat gemeinsam mit weiteren theateraffinen Personen mitwirken.

„Viele Ideen, neue Strukturen und spannende Inhalte warten auf engagierte Umsetzungen, damit wieder ein gehaltvolles Theater- und Musikangebot für Weinheim und die Besucher aus den umliegenden Gemeinden angeboten werden kann“ – so schreiben es Martin Grieb und die Kulturgemeinde-Vorsitzende Angelika Keßler-Hauß in einem Brief an ihre Mitglieder.

Neue Programmkonzeption

Die Verwaltung schlägt dem Kulturausschuss vor, eine neue Programmkonzeption mit einer möglichst breiten Beteiligung von Theaterfans in einer Workshop-Atmosphäre bis zum Jahresende erarbeiten zu lassen. Denn klar ist für alle: Für das Theater in Weinheim soll keineswegs der Vorhang fallen, vielmehr sollen neue Wege der Bühnenkunst gefunden werden, die zu Weinheim passen.

In seinem Mitgliederschreiben teilt der Vorstand der Kulturgemeinde allerdings auch mit, dass es keine Spielzeit 2020/21 geben wird. Das hat auch mit Corona zu tun. „Wir hätten ab Herbst einen Spielplan angeboten, ohne genau zu wissen, wie viele Besucher wir in unserem Theater begrüßen dürfen“, erklärt Martin Grieb. Deshalb habe man zusammen mit dem Kammermusikverein die Entscheidung getroffen, für eine komplette Spielzeit zu pausieren. Das sei ein klarer Schnitt.

Die Zeit wolle man nutzen, um die Voraussetzungen zu schaffen, damit die Aufgaben, die der Verein über 70 Jahre lang erfüllt hat, zum 30. Juni 2021 – vorbehaltlich des Gemeinderatsbeschlusses – in städtische Hände übergeben werden können. Ziel sei es, dann im Herbst 2021 mit einem „brandneuen und unterhaltsamen Spielplan“ neu zu starten. Bis dahin seien allerdings Einzelveranstaltungen unter der Regie der Kulturgemeinde in Kooperation mit der Stadt durchaus noch möglich. „Da sollte man gespannt sein“, sagt Martin Grieb.

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