Verein will langfristig etwas bewegen
Weinheim/Bergstraße, 15.01.2020
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15.01.2020 05:10
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Weinheim/Bergstraße. Allzu oft passiert es, dass gute Projekte mit dem Auslaufen der finanziellen Förderung durch das Land, den Bund oder die EU wieder in der Versenkung verschwinden. Doch manchmal gelingt es auch, daraus etwas Bleibendes zu entwickeln. Ein positives Beispiel ist das 2014 begonnene Projekt für ein Integriertes Ländliches Entwicklungskonzept (ILEK), das sich den Erhalt der abwechslungsreichen Kulturlandschaft entlang der Bergstraße auf die Fahnen geschrieben hat. Mit der Gründung des gemeinnützigen Vereins „Blühende Bergstraße“ stellten Mitte 2018 die Kommunen Laudenbach, Hemsbach, Weinheim, Hirschberg, Schriesheim und Dossenheim gemeinsam mit dem Bezirksverein der Obst- und Gartenbauvereine sowie dem BUND-Regionalverband Rhein-Neckar-Odenwald die Weichen für die Zukunft.

Blütenwegfest am 5. April

Grund genug für die DiesbachMedien in Weinheim, die Weihnachtsspende in Höhe von 2500 Euro diesmal dem jungen Verein zur Verfügung zu stellen. „Der Erhalt der blühenden Bergstraße liegt vielen Menschen am Herzen“, erklärte Geschäftsführer Nicolas Diesbach bei der Spendenübergabe an den Vereinsvorsitzenden, Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just. Das zeige sich in besonderer Weise beim Blütenwegfest, das zahlreiche Besucher anlockt.

Manuel Just, sein Stellvertreter Gerhard Röhner (BUND) und Geschäftsführer Bernhard Ullrich zeigten sich dankbar für die großzügige Unterstützung für den Arten- und Landschaftsschutz an der Bergstraße. In Zukunft wolle man verstärkt dafür werben, dass auch Privatpersonen – für 50 Euro pro Jahr – Mitglied im Verein werden, um die Zusammenarbeit von Kommunen und Ehrenamtlichen zu verbinden. „Wir hoffen, dass sich all jene zum Mitmachen entschließen, denen der Erhalt der Landschaft am Herzen liegt“, erklärte Röhner. Und Just ergänzte: „Der Verein steht natürlich auch Nachbargemeinden an der Bergstraße offen, auch auf hessischer Seite.“ Der Jahresbeitrag für Kommunen beträgt 3000 Euro; außerdem finanzieren die Mitgliedskommunen die hauptamtliche Geschäftsführung. „Letztlich tragen aber die Menschen die Idee und sind Motor für unsere Bemühungen“, machte Just deutlich.

Zahlreiche Pflegemaßnahmen

Auch für dieses Jahr hat sich der Verein eine Menge vorgenommen, wie Geschäftsführer Ullrich erläuterte. Neben der Vorbereitung auf das Blütenwegfest, bei dem am 5. April der Abschnitt zwischen Großsachsen und Weinheim im Mittelpunkt stehen wird, stehen Pflegemaßnahmen am Sonnberg und am Hungerberg in Laudenbach auf der Agenda. In Hemsbach will man sich um einen „Biotopverbund“ für trocken-warme Lebensräume kümmern, am Lützelsachsener Häuselberg sollen Brachflächen gepflegt werden. In Hirschberg läuft am Kahlberg bereits ein Beweidungsprojekt; eine weitere Fläche könnte noch hinzukommen. In Schriesheim wollen sich die Aktiven am Madonnenberg um die Ausweitung der Pflegeflächen auf Weinbergsbrachen kümmern. Weitere Maßnahmen – wie zum Beispiel die Entbuschung eines Grundstücks in Laudenbach oder die Wiederherstellung von Wiesen am Blütenweg in Sulzbach – werden in Abstimmung mit der Naturschutzbehörde und dem Landschaftserhaltungsverband umgesetzt.

„Menschen, die sich bei unseren Maßnahmen ehrenamtlich einbringen wollen, sind immer willkommen“, betonten die Verantwortlichen des Vereins. Wer mehr dazu wissen möchte, findet auf der Internetseite des Vereins unter www.bluehende-bergstrasse.de viele weitere Informationen. pro

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