Versuchter Mord im Schatten der Windeck
Weinheim, 06.02.2020
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06.02.2020 05:15
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Weinheim. Verletzte Ehre, eine blutige Attacke, vielleicht sogar in Mordabsicht und das alles auf einer Burg. Was sich nach dem Stoff für einen Mittelalter-Roman anhört, soll sich laut einer Pressemitteilung des Landgerichts Mannheim am 29. Juli in Weinheim zugetragen haben.

Ab dem 10. März muss sich vor dem Landgericht ein 23 Jahre alter Mann verantworten, dem die Staatsanwaltschaft versuchten Mord vorwirft. Auslöser für den blutigen Streit war offenbar ein Liebesverhältnis zwischen der Halbschwester des Angeklagten und einem Mann, seinem späteren Opfer. Dieser Mann soll nach dem Ende der Beziehung „freizügiges Bildmaterial bezüglich der Halbschwester an deren im Ausland lebende Familie übersandt haben“, schreibt das Landgericht. Da sich seine Familie in ihrer Ehre verletzt fühlte, soll der Angeklagte den Mann um ein Gespräch auf dem Parkplatz der Windeck gebeten haben. Zunächst sei das Gespräch ruhig und sachlich verlaufen, heißt es in der Pressemitteilung.

Doch als sich das spätere Opfer wegen eines Telefonanrufs vom mutmaßlichen Täter abgewandt habe, habe dieser ein Teppichmesser gezogen und damit auf den anderen Mann eingestochen haben. Er erlitt Stichwunden am Hals und am Oberkörper. Als das Opfer zu Boden ging, soll der Angeklagte einen Stein gegriffen und diesen mit Wucht auf den Kopf des Mannes geschlagen haben. Erst als eine Zeugin dazwischenging, habe der mutmaßliche Täter von seinem Opfer abgelassen. Der Mann erlitt neben zahlreichen Schnitt- und Stichwunden auch ein offenes Schädel-Hirn-Trauma. Der Angeklagte sitzt in Untersuchungshaft. Das Landgericht hat sechs Verhandlungstage anberaumt.

Ab dem 11. Februar steht in Mannheim ein Drogendealer vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft legt dem 30-Jährigen zur Last, Ende April 2019 von seinem Wohnort im Raum Weinheim aus, drei Kilo Amphetamingemisch und 300 Gramm Kokaingemisch verkauft zu haben.

Übergabe an verdeckte Ermittlerin

Aufgeflogen war der Angeklagte, weil er sich am 23. Mai mit einem Kunden und einer verdeckten Ermittlerin, die sich als Kundin ausgab, in Weinheim traf und Drogen (unter anderem 11,4 Kilo Amphetamin) im Wert von 9500 Euro übergab. Nach der Übergabe des Rauschgiftes wurden der Dealer und sein Kunde verhaftet. Später durchsuchten die Ermittler unter anderem seinen Lagerraum in Weinheim und entdeckten dort, sowie in Bensheim und in seinem Auto weitere Drogen, darunter 24 Kilo Marihuana und rund 3700 Ecstasy-Tabletten. Vier Prozesstage sind angesetzt.

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