Wald und Flur mit allen Sinnen erleben
Mörlenbach, 09.08.2022
Diesen Artikel
09.08.2022 05:10
Drucken Vorlesen Senden
Leserbrief
40

Mörlenbach. Ein Abenteuer vor der eigenen Haustür erleben die Teilnehmer einer Nachtwanderung des Geopark-vor-Ort-Teams Weschnitztal. Die heilenden Kräfte des Waldes erfahren viele Menschen, wenn sie sich länger im Wald aufhalten, alle ihre Sinne öffnen und achtsam die wunderbare Atmosphäre genießen.

Den Alltag hinter sich lassen können die Naturbegeisterten in der hereinbrechenden Dämmerung bei der sinnlichen Nachtwanderung am kommenden Freitag, 12. August, um 20.30 Uhr. Die Vor-Ort-Begleiterin Brigitta Schilk lenkt beim langsamen Bergaufschreiten die Aufmerksamkeit der Gruppe auf den Natur-Soundtrack aus Vogelstimmen, knackenden Bäumen und dem Wiehern der Pferde. Immer wieder wird innegehalten, um dem ausklingenden Abendgesang der Vögel zu lauschen.

Drei Stunden durch die Nacht

Unterwegs können die Beteiligten an besonderen Plätzen die hereinbrechende Nacht erleben und sich selbst im dunklen Wald erfahren. Während der dreistündigen Wanderung geht es darum, Wald und Flur mit allen Sinnen aufzunehmen, sich sanft zu bewegen und den stillen Nachtwald zu genießen. So können die Wanderer einfach in die Natur und in sich selbst eintauchen.

Durch die veränderte Wahrnehmung ist das gemächliche Wandern ein Erlebnis von Ruhe und Heimlichkeit. Die kleinen Herausforderungen auf dem weichen Weg unter den Nadelbäumen sind ein beeindruckendes Abenteuer, an das sich viele lange erinnern. Bitte mit wetterentsprechender, langer Kleidung und bequemen Schuhen kommen, Taschenlampe zu Hause lassen. Zum Schutz vor Zecken Hände und Füße bis zu den Knien mit Kokosöl einreiben.

Die Wanderung dauert bei einer Länge von rund sechs Kilometern etwa drei Stunden. Treffpunkt ist auf dem Parkplatz an der L 3120 am Ortseingang Süd von Bonsweiher (Friseur Wolf). Die Teilnahme, sie kostet 10 Euro pro Person, Kinder bis zwölf Jahre sind frei, erfolgt auf eigene Verantwortung. Eine Anmeldung mit den Kontaktdaten ist erforderlich.

Termine: Freitag, 12. August, um 20.30 Uhr, 10. September um 20 Uhr, 8. Oktober um 19 Uhr. Anmeldung bei Brigitta Schilk, Telefon 06209/7979783 oder E-Mail an gvo-weschnitztal@gmx.de.

Alte Stadtmauer im Blickpunkt

Eine weitere Führung bietet das Geopark-vor-Ort-Team am kommenden Sonntag, 14. August, um 18 Uhr an, wenn es heißt „Rund um die alte Stadtmauer – Ortsführung durch Mörlenbach“. Mörlenbach war über Jahrhunderte ein Grenzort zwischen Kurmainz und Kurpfalz und damit von großer strategischer Bedeutung. Davon zeugen bis heute Reste der Stadtmauer. Innerhalb dieses einzigartigen Bauwerks im Weschnitztal liegt der interessante und schmucke historische Ortskern.

Zum ersten Mal wurde Mörlenbach 795 im Lorscher Kodex erwähnt. Am Ausgangspunkt der ersten Siedlung seit der Zeit der Franken steht heute die Schlosshofschule. Ihr Name verweist auf das ehemalige Wasserschloss.

Die Geopark-vor-Ort-Begleiterin Katja Gesche erzählt bei der Ortsführung von den Glanzzeiten mit politischer Bedeutung für die Ortsgeschichte sowie von den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges, von Armut und den alltäglichen Problemen, mit denen früher die Menschen leben mussten.

Geheimnisse werden gelüftet

Bei dem Spaziergang entlang den Stadtmauerresten durch die Gassen Mörlenbachs stellt Katja Gesche die Thesen rund um die mittelalterliche Magdalenenflut vor, lüftet das Geheimnis, wieso die Mörlenbacher von den Nachbarkommunen als „Wasserschnecken“ geneckt werden und was es mit den drei silbernen Glocken im Wappen auf sich hat.

Treffpunkt ist in Mörlenbach am Bürgerhaus. Die Teilnahmegebühr beträgt 5 Euro pro Person, Kinder bis 12 Jahre sind frei. Eine Anmeldung ist erforderlich bei Katja Gesche, Telefon 06209/3365 oder per E-Mail an gvo-weschnitztal@gmx.de.

Weitere Infos zum Geopark-vor-Ort-Team Weschnitztal auf www.facebook.com/weschnitztal.

SOCIAL BOOKMARKS
09.08.2022 05:10
Drucken Vorlesen Senden