Weinheim nimmt um 80 Einwohner ab
Weinheim, 12.01.2021
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12.01.2021 05:00
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Weinheim. Was wird statistisch gesehen bleiben vom Corona-Jahr 2020? So viel steht fest: Es gab weniger Trauungen. Angesichts der Auflagen, die auch in Weinheim bei Hochzeiten unumgänglich waren, haben im zurückliegenden Jahr offenbar etliche Paare ihr Jawort auf eine Zeit verschoben, in der wieder im großen Kreis geheiratet werden darf. Die Zahl der Trauungen ist 2020 auf 325 Paare zurückgegangen. Das meldet jetzt das Weinheimer Standesamt. Das sind rund 50 weniger als sonst.

Hingegen stieg die Zahl der hier beurkundeten Geburten: 754 Kinder erblickten in Weinheim das Licht der Welt (fast 50 mehr als im Vorjahr), und das Verhältnis der Geschlechter ist ziemlich ausgewogen: 381 Jungs und 373 Mädchen.

Mehr verheiratete als unverheiratete Eltern

In der Rangliste der beliebtesten Vornamen führt bei den Mädchen Emma vor Emilia und Mila, bei den Jungs Liam vor Luca und Paul. Übrigens wurden rund 560 Kinder in einer bestehenden Ehe geboren, bei knapp 200 Kindern waren die Eltern nicht verheiratet, heißt es in einem Pressebericht der Stadt Weinheim.

Noch etwas zur Ehestatistik: Bei fast 80 Prozent der Trauungen hatten beide Partner die deutsche Staatsangehörigkeit, bei 20 Prozent gehörte zumindest ein Partner einer anderen Nationalität an. Es wurden auch drei gleichgeschlechtliche Ehen geschlossen, jeweils von Männern. Die Sterbefälle nahmen zu: von 567 im Jahr 2019 auf 591 im vergangenen Jahr, ebenso die Kirchenaustritte auf 417 (von 349).

Erstmals seit rund zehn Jahren Bevölkerungswachstum stagnierte die Zahl der Einwohner der größten Stadt im Rhein-Neckar-Kreis. Sie war sogar um circa 80 Personen, das heißt um 0,2 Prozent, leicht rückläufig. Exakt 45 497 Personen waren zum 31. Dezember 2020 in Weinheim gemeldet (Vorjahr 45 581). Das erklärt sich mit einem Blick in die Stadt- und Ortsteile, denn die Neugebiete der vergangenen Jahre sind alle bewohnt, selbst in Lützelsachsen wuchs die Bevölkerung nur noch um 1,1 Prozent. Eine Steigerung gab es im „Müll“ (plus 2,1 Prozent), wo es einige größere Wohnbauprojekte gab.

Hinweis auf zu wenig Wohnraum

Die Analyse ist laut Stadt ein Indiz für den knappen Wohnraum in Weinheim. Wie Weinheims Oberbürgermeister Manuel Just dazu betont, reagiert die Stadt bereits mit der Ausweisung von neuem Wohnraum in den Neubaugebieten „Allmendäcker“ und „Westlich Hauptbahnhof“. In beiden Gebieten liege die Präferenz auf günstigem Wohnraum. Im Laufe der nächsten beiden Jahre sollen somit deutlich mehr Wohnungen für Familien geschaffen werden. „Wie man sieht“, so Just, „liegen wir mit dieser Stadtentwicklungsplanung richtig und sind kein Jahr zu früh damit.“

Die Weinheimer Bevölkerung besteht aus rund 22 100 Frauen und rund 22 400 Männern, der Ausländeranteil liegt bei 15,7 Prozent. Die Weststadt (minus 0,8 Prozent) bleibt mit rund 16 000 Einwohnern der größte Stadtteil vor der Innenstadt mit 4800 und der „Nordstadt“ mit rund 4550 Menschen. Mit Abstand größter Ortsteil ist Lützelsachsen mit 5600 Einwohnern, gefolgt von Sulzbach mit 2800, Hohensachsen mit 2700, Oberflockenbach mit 2300, Rippenweier mit 1200 und Ritschweier mit exakt 308 Einwohnern.

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