Weinheim sagt Weihnachtsmarkt ab
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23.11.2021 16:31
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Weinheim. Es war ein tolles Konzept in einer romantischen Umgebung. Erstmals sollte der Weinheimer Weihnachtsmarkt im kleinen Schlosshof und rund um die alte Zeder stattfinden. Doch daraus wird nun nichts. Der Weihnachtsmarkt wurde am Dienstag endgültig abgesagt.

Die Stadt Weinheim hat dazu folgende Pressemitteilung veröffentlicht:

Schweren Herzens und nach sorgfältiger Abwägung der Argumente haben sich die IG Marktplatz und die Stadt Weinheim am Dienstagmittag nun doch entschieden, auf den diesjährigen Weihnachtsmarkt zu verzichten. Das haben die IG-Sprecher Gerald Haas und Andrés Salazar gemeinsam mit Oberbürgermeister Manuel Just bekannt gegeben. Die aktuelle Infektionslage und die Unsicherheit darüber, wie sich die Pandemie und die politischen Konsequenzen in den nächsten Tagen und Wochen entwickeln werden, haben den Ausschlag für diese Entscheidung gegeben. OB und IG-Sprecher: „Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen.“

Haas, Salazar und Just erinnerten daran, dass sie zunächst gemeinsam eine Lösung angestrebt hatten, indem der Weihnachtsmarkt vom Marktplatz in den Schlosshof verlegt werden sollte – trotz eines erheblichen Mehraufwandes für die Gastronomen und die Stadt. Auch eine 2G-Regelung plus Test, wie vom Land gefordert, wäre möglich. In Weinheim habe man deshalb bis zuletzt an einer Umsetzung des Weihnachtsmarktes festgehalten.

Allerdings sei mittlerweile „zu viel Ungewissheit im Spiel“, nachdem sich die Auswirkungen der Pandemie derzeit als dramatische Überlastung der Intensivstationen auswirke. Mediziner und Gesundheitspolitiker fordern bereits eine generelle Reduzierung von Kontakten. Die Prognosen zum Pandemieverlauf seien besorgniserregend. Es gehe jetzt um eine gemeinsame Anstrengung, um das Infektionsgeschehen nicht zusätzlich voranzutreiben. Ein Weihnachtsmarkt, wenn auch nur für Geimpfte und Genesene sei mit der Forderung nach Kontaktbeschränkungen nicht vereinbar. Die gemeinsam entwickelte Idee, den eingefriedeten Schlosshof zu nutzen, sei vor kurzem noch als Signal einer hohen Kreativität in Pandemiezeiten verstanden worden. Aber in Anbetracht steigender Todeszahlen könnte genau dieses Signal falsch gedeutet werden, so die Gastwirte.

Eine Absage jetzt vor dem Aufbau der Hütten und der kompletten Infrastruktur sei gerade noch rechtzeitig möglich, um ein weiteres finanzielles Risiko auszuschließen. Im schlechtesten Fall würden ansonsten Kosten für den Aufbau entstehen – und Weihnachtsmärkte würden aufgrund der aktuellen Lage (wie in Sachsen und Bayern) grundsätzlich verboten. „Diesem Risiko können wir auch die Kolleginnen und Kollegen am Marktplatz gerade in dieser unsicheren Zeit nicht aussetzen“, so Haas und Salazar.

Beide Seiten betonten aber auch, dass die Zusammenarbeit in den zurückliegenden Wochen nicht umsonst gewesen sein soll. „Die Stadt hat unsere Pläne mitgestaltet und unterstützt, auch zuletzt unsere finale Entscheidung“, erklären Haas und Salazar. „Wir haben dadurch auch neue Modelle und Überlegungen für einen künftigen Weihnachtsmarkt in Weinheim entwickelt, die uns und die Stadt auf Dauer voranbringen“, so die IG-Sprecher. So sind die Blicke auf die Adventszeit 2022 gerichtet.

Heddesheim sagt Weihnachtsmarkt ab

Nach der Ankündigung der Landesregierung Baden-Württemberg, Weihnachtsmärkte ab Mittwoch nur noch unter 2G-Plus-Bedingungen durchführen zu dürfen, sagt die Gemeinde Heddesheim nach intensiver Abwägung den am kommenden Wochenende geplanten Weihnachtsmarkt kurzfristig ab. Bürgermeister Kessler: „Unter diesen Bedingungen ist es mit den uns zur Verfügung stehenden Kräften nicht möglich, den Markt organisatorisch und wirtschaftlich vertretbar durchzuführen. Es tut allen Verantwortlichen im Herzen weh, dass wir jetzt, da der Aufbau der Stände durch unseren Bauhof komplett abgeschlossen ist, diese Entscheidung treffen müssen. Besonders traurig sind wir für die rund 40 Standbetreiber und die engagierten Künstler, die alle mit großer Vorfreude den Markt herbeigesehnt haben und nun erneut auch wirtschaftliche Einbußen erleiden müssen. Ich kann nur hoffen, dass Bund und Land die Händler und Betroffenen der Weihnachtsmärkte, bei denen es sich vornehmend um Familien- oder Einzelunternehmen handelt, durch gezielte Hilfsprogramme unterstützen.“

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