Wenn über Nacht alles anders ist
Ritschweier, 24.09.2022
Diesen Artikel
24.09.2022 08:13
Drucken Vorlesen Senden
Leserbrief
1.081

Ritschweier. Simone und Jürgen Boldt sowie ihr 17-jähriger Sohn Dominik können es immer noch nicht wirklich fassen, was vor nunmehr fünf Wochen passiert ist: Der 18. August war ein nahezu windstiller Sommerabend, als gegen 21.45 Uhr in ihrem Haus in Ritschweier ein Inferno ausbrach. Der „Hof  Rhiannon“ stand binnen kürzester Zeit in Flammen. Auch jetzt noch liegt Brandgeruch in der Luft, wenn man direkt vor dem Anwesen steht, das durch den Brand unbewohnbar geworden ist.

Am Donnerstag trafen sich der Ortschaftsrat und Oberbürgermeister Manuel Just mit der Familie vor Ort, um sich danach zu erkundigen, wie man ihr derzeit am besten helfen kann. „Was brauchen Sie am dringendsten?“, fragt der OB. „Eigentlich Ruhe“, lautet die spontane Antwort von Simone Boldt, die mit dem Hofcafé, dem Ladengeschäft und den Kursräumen über Nacht auch erst einmal ihre wirtschaftliche Existenz verloren hat. Doch gleich danach erzählt sie voller Dankbarkeit von der großen Hilfsbereitschaft der Ritschweierer Dorfgemeinschaft, ihrer Freunde und Kunden.

Noch in der Brandnacht ein möbliertes Haus angeboten

Dass die Familie noch in der Brandnacht ein voll möbliertes Haus in Ritschweier angeboten bekam, das aus privaten Gründen seit einigen Monaten unbewohnt war, sei ein echter Glücksfall gewesen, ergänzt Jürgen Boldt (54). Mittlerweile habe man sich mit der Eigentümerfamilie darauf verständigt, dass die Boldts bis zur Wiederherstellung ihres Hofes dort zur Miete wohnen können. Wann das der Fall sein wird, vermag im Moment noch niemand einzuschätzen.

Noch immer sind die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zur Brandursache nicht ganz abgeschlossen. „Nach aktuellem Stand ist vermutlich von einem technischen Defekt auszugehen“, erklärte die Staatsanwaltschaft auf WN-Anfrage. Erst wenn die Ermittlungen abgeschlossen sind, können die Gespräche mit der Versicherung geführt und Pläne für den Wiederaufbau geschmiedet werden. Oberbürgermeister Just bot die Hilfe der Stadtverwaltung an, wenn es zum Beispiel um baurechtliche Fragen gehen sollte.

„Eine echte Wohlfühloase“

14 Jahre lang war in der Hohensachsener Straße 23, wo vor Jahrzehnten das Gasthaus „Zum Ritschweierer Tal“ war, das Hofcafé Rhiannon „eine echte Wohlfühloase“, wie Ortschaftsrätin Stephanie Bangert-Barth erzählt. Die besondere Atmosphäre kann man auf der Internetseite (www.hof-rhiannon.de) immer noch nachempfinden.

Ihr Ziel sei es, daran wieder anzuknüpfen, sagt die 56-jährige Simone Boldt. Wie und in welcher Form? Das müsse die Zeit zeigen. Um die Familie beim Neustart zu unterstützen, haben Ortsvorsteher Karl Friedrich Kippenhan und der gesamte Ortschaftsrat eine Spendenaktion ins Leben gerufen.

Wer die Familie mit Geld unterstützen möchte, kann seinen Beitrag auf ein eigens dafür eingerichtetes Treuhandkonto überweisen, das von Gerhard Himmel, dem Kassenwart der Freiwilligen Feuerwehr Ritschweier, verwaltet wird. Da es sich um ein Privatkonto handelt, könne der Ortschaftsrat leider keine Spendenquittungen ausstellen, erläutert Kippenhan. pro

Info: Spenden für Familie Boldt können auf das Konto von Gerhard Himmel, IBAN: DE20 1001 0010 0969 7271 37, überwiesen werden. Als Verwendungszweck bitte angeben: „Brandhilfe für Familie Boldt“

SOCIAL BOOKMARKS
24.09.2022 08:13
Drucken Vorlesen Senden

Durchsuchen Sie unser Archiv!