Winterwunderland lockt viele Rodler an
Region, 22.01.2023
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22.01.2023 16:20
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Region. Besonders Kinderaugen dürften am Freitagabend so richtig gestrahlt haben: Dieser magische Moment, wenn die ersten Schneeflocken fallen – und als dicke Schneeschicht auf den Straßen, Feldern und Häusern liegen bleiben. Dann werden am Abend schon Pläne für den nächsten Tag geschmiedet, wie und wo die Freizeit am besten mit Schlittenfahren oder einer Schneewanderung verbracht werden kann.

Beliebte Rodelhänge

Perfekte Bedingungen dafür gab es am Samstag und Sonntag sowohl im Odenwald als auch an der Bergstraße. Bis zu 15 Zentimeter Neuschnee wurden etwa am Samstagmittag in Siedelsbrunn gemessen. Kein Wunder, dass sich am dortigen Rodelhang am Café Morgenstern zahlreiche Schneetouristen aus der gesamten Metropolregion einfanden, um das Winterwunderland zu genießen. Lediglich die Parksituation entlang der Weinheimer Straße sowohl in Richtung Kreidacher Höhe als auch nach Ober-Abtsteinach war etwas angespannt.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit waren die Rodler an den Hängen im Odenwald vor Ort, kosteten den Tag voll und ganz aus, um ihn gleich am Sonntag zu wiederholen. Da zeigte sich die Sonne zwar nicht so häufig, was den Kindern und Erwachsenen aber sichtlich nicht viel ausmachte. So ließen es sich auch die Weinheimer nicht nehmen und funktionierten an beiden Wochenendtagen den Schlossparkhügel oder einzelne Weinberge kurzerhand zur Rodelpiste um.

Tücken des Schneefalls

Was für die einen großen Spaß bedeutete, darüber stöhnten die anderen: Der plötzlich starke Schneefall am Freitagabend hatte besonders für Autofahrer und alle, die mit dem öffentlichen Nahverkehr in den Odenwald wollten, seine Tücken. Denn Busse des VRN (Verkehrsverbund Rhein-Neckar) stellten gegen 20.30 Uhr den Betrieb im Odenwald ein – in der Nacht zu Samstag fuhren die ersten wieder planmäßig ihre Haltestellen an.

Die Räumdienste waren zwar durchweg im Einsatz, doch viele Fahrspuren waren aufgrund des bis in die frühen Morgenstunden andauernden Schneefalls schnell wieder bedeckt. An manchen Straßenrändern parkten deswegen gestrandete Autos und aufgrund von Schneebruchgefahr mussten ab Samstagmorgen die Landesstraßen zwischen Hüttenfeld in Richtung Neuschloß und Viernheim für den Verkehr voll gesperrt werden. Aber: Im Landkreis Bergstraße kam es laut Auskunft des Polizeipräsidiums Südhessen zu keinen „dramatischen Unfällen“.

Einige Unfälle an der Bergstraße

Etwas mehr zu tun hatten die Kollegen im Rhein-Neckar-Kreis. Aufgrund des einsetzenden Schneefalls am Freitagabend kam es im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Mannheim zu einer Vielzahl von Verkehrsunfällen.

Wie die Polizei in einer Pressemitteilung schreibt, wurden zwischen 18 und 8 Uhr rund 50 Unfälle polizeilich aufgenommen. Größtenteils blieb es jedoch bei Blechschäden. Lediglich bei vier Verkehrsunfällen wurden insgesamt acht Personen leicht verletzt. Es entstand ein geschätzter Sachschaden von knapp 170 000 Euro.

Lkw auf A 5 steht quer

Außerdem kam am Samstagmorgen gegen 8.15 Uhr ein Sattelzug auf der A 5 zwischen der Anschlussstelle Hirschberg und dem Autobahnkreuz Weinheim von der Fahrspur ab und blieb quer stehen. Das war passiert: Ein 43-jähriger Lkw-Fahrer erkannte auf dem Standstreifen einen verunfallten anderen Lkw und versuchte, zu bremsen. Infolge einer vereisten Fahrbahn verlor er die Kontrolle über den Sattelzug, kam nach rechts von der Fahrbahn ab und kollidierte mit den dortigen Leitschutzplanken.

Der Sattelauflieger stellte sich quer über den rechten Fahrstreifen und Standstreifen. Das Führerhaus kam entgegengesetzt zur gegebenen Fahrtrichtung zum Stillstand. Durch den Zusammenstoß wurden mehrere Leitschutzplankenelemente beschädigt und teilweise aus der Verankerung gerissen. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf 58 000 Euro.

Der Sattelzug selbst war nicht mehr fahrbereit, wurde geborgen und von der Unfallstelle abgeschleppt. Deswegen musste die Autobahn in diesem Bereich bis etwa 14 Uhr gesperrt werden.


Von Nadine Kunzig

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22.01.2023 16:20
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