Ziemlich intransparent
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20.11.2021 05:00
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Leserbrief
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Weinheimer Zukunftswerkstatt

Die bisherigen Beteiligungsmöglichkeiten für die Zukunftswerkstatt erscheinen mir ziemlich intransparent. So gab es eine Postkartenaktion mit paralleler Online-Teilnahmemöglichkeit, eine Auftaktveranstaltung mit vielen Hunderten Post-it-Ideen und nun eine Online-Beteiligung. Leider sind die Ergebnisse oder eingereichten Ideen der ersten beiden Runden nicht öffentlich einsehbar. Die Postkarten wurden nicht veröffentlicht, keine Sortierung oder Aufbereitung der bisherigen Ideen hat öffentlich stattgefunden. Warum müssen in jeder Runde immer wieder die gleichen Ideen eingereicht werden? Warum werden die bereits eingereichten Ideen nicht in der Online-Beteiligung mit angezeigt? Ist es ein Ziel, möglichst viele (doppelte) Ideen zu sammeln und damit die Beteiligungsquote zu erhöhen? Niemand außer den Organisatoren weiß bisher, welche Ideen eingereicht wurden und welche vielleicht besser in der Schublade bleiben. Ich hätte erwartet, dass bereits eingereichte Ideen zur Zukunft wertschätzend in Themenfelder, Stadtgebiete und Bereiche sortiert und veröffentlicht würden. Merkwürdig ist auch das Ziel „Anregungen zur künftigen städtebaulichen Entwicklung“ zu sammeln. Dient die Beteiligung nur dazu, der Stadt Weinheim gute Gründe für die Ausweitung weiterer Wohn- und Gewerbeflächen über die bereits im Flächennutzungsplan vorhandenen Planflächen hinaus zu sammeln? Wenn genügend „Bedarfe“ der Bürger vorhanden sind, kann man dann mit gutem Gewissen mehr (Fahrrad-)Straßen bauen, mehr landwirtschaftliche Flächen versiegeln und mehr Grünflächen zubetonieren? Ich hätte mir bisher in der Zukunftswerkstatt mehr offenere Fragestellungen und transparentere Prozesse gewünscht.

Jörg Steinbrenner, Weinheim

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