So war das Taylor-Swift-Konzert für einen Weinheimer "Swiftie"
Nach dem TV-Duell zwischen Harris und Trump positionierte sich Taylor Swift öffentlich. Das könnte sich auf die Wahl auswirken, denn die US-Sängerin hat etliche Fans - wie auch WNOZ-Volontärin Amelie Michel, die mit glitzerndem Outfit das Konzert am 28. Juli in München besuchte.
Die Sängerin Taylor Swift hat sich nach dem TV-Duell zwischen den US-Präsidentschaftskandidaten Kamala Harris und Donald Trump klar und deutlich in einem Instagram-Beitrag für die Demokratin Harris ausgesprochen. Die Debatte fand - nach deutscher Zeit - Mittwochnacht, dem 11.9., um circa 2.45 Uhr statt. Damit setzte die 34-jährige Sängerin ein Zeichen für zahlreiche Fans, die sie zuletzt auf ihrer "Eras Tour" live sehen konnten. Dazu zählt auch unsere Volontärin Amelie Michel. (Aus unserem Archiv)
Glitzersteine, Pailletten und beide Unterarme voller Freundschaftsarmbändchen – beim Konzert der Sängerin Taylor Swift am Sonntag, 28. Juli, gehörte das zur Standardausstattung ihrer Fans. Auch mein eigenes Outfit konnte sich sehen lassen: komplett in fluoreszierendem Pink gehüllt fieberte ich bei der gesamten Show mit. Swift ist seit März 2023 auf ihrer "Eras Tour" weltweit unterwegs und singt in dreieinhalb Stunden die größten Hits aus ihrer 18-jährigen Karriere.
Schon bei der Hinfahrt mit dem Zug begegneten mir in jedem Abteil andere "Swifties", die noch auf den letzten Drücker ein paar Freundschaftsarmbändchen knüpften. Inspiriert von der Songzeile "So, make the frienship bracelets" aus Swifts Lied "You’re On Your Own, Kid" werden die bunten Perlenbänder traditionell bei den Konzerten getauscht.
Ein "Swiftie" bin ich noch gar nicht so lange: Vor drei Jahren begann ich, immer mal wieder ihre Alben zu hören. Was mir persönlich so gut an der Künstlerin gefällt, ist die Art, wie sie ihre Songlyrics komponiert. Ich kann ein Lied 50-mal hören und jedes Mal an einer anderen Zeile hängen bleiben und sie neu interpretieren. Daher kann ich auch kein Lied als meinen Favoriten bestimmen. Sicher ist aber, dass ich im Olympiastadion die ganze Setlist begeistert mitgesungen habe.
So viele Metaphern und Rätsel verstecken sich in den Texten, dass ich Jahre bräuchte, um alle zu entschlüsseln. Auch das Phänomen, dass man sich als Fan so fühlt, als würde Swift für jeden Einzelnen von uns singen, habe ich selbst erlebt.
Über die amerikanische Sängerin
Taylor Swift befindet sich derzeit auf ihrer Eras Tour, die ihre Karriere und musikalische Entwicklung feiert. Die Tour begann im März 2023 und umfasst über 50 Shows weltweit. Swift präsentiert Songs aus allen Phasen ihrer Karriere – von ihren Country-Anfängen bis zu ihrem aktuellen Pop- und Folk-Sound.
Eine Besonderheit der Eras Tour ist die aufwendige Bühnenproduktion. Jede Etappe bietet atemberaubende visuelle Effekte, aufwendige Kostüme und komplexe Choreografien. Swift nutzt verschiedene Bühnenbilder und Requisiten, um die unterschiedlichen Epochen ihrer Musikgeschichte zu repräsentieren.
In Bezug auf Zahlen und Fakten ist die Eras Tour eine der erfolgreichsten Tourneen von Taylor Swift. Die Ticketverkäufe haben Rekorde gebrochen, und Swift tritt vor ausverkauften Stadien auf. Die Tour wird voraussichtlich mehrere hundert Millionen Dollar einspielen und sich in die Liste der lukrativsten Konzerttourneen aller Zeiten einreihen.
Dass ich es auf das begehrte Konzert der amerikanischen Sängerin schaffte, war zunächst nicht absehbar. Als der Ticketverkauf im vergangenen Jahr startete, ergatterte ich leider keine Karte beim Vorverkauf. Geknickt begnügte ich mich damit, den Kinofilm zu der "Eras Tour" im Herbst anzusehen.
Doch Ende Oktober erreichte mich folgende Nachricht von meiner besten Freundin: "Meine Kommilitonin hat noch ein Ticket für Taylor. Möchtest du das haben?" Ein Angebot, das zunächst zu gut klang, um wahr zu sein. Euphorisch setzte ich mich mit besagter Studienkollegin in Verbindung. Kurze Zeit später war es sicher: Ich war bei der "Eras Tour" dabei!
Der Traum wird Realität
Ende Juli wurde mein Traum dann Realität – um ein Haar hätte ich ihn sogar verpasst. Ein verspäteter Zug, ein überfülltes Restaurant und meine eigene Vergesslichkeit legten mir Steine in den Weg. Doch zehn Minuten nach Einlass schaffte ich es doch noch in die Schlange der wartenden Fans, die sich einiges an Kostümen einfallen lassen.
"I said remember this moment in the back of my mind." Taylor Swift in ihrem Lied "Long Live"
Noch nie habe ich mich so sicher und willkommen gefühlt, wie bei diesem Konzert mit meinen "Mit-Swifties". Am Sonntag tauschte ich Kontakte, Bändchen, Fotos und Anekdoten über Taylor aus – mit Menschen, die ich weniger als 24 Stunden kannte.
Insgesamt sieben Stunden war ich auf den Beinen – in Schlangen, während der Show und beim Warten auf den Bus zurück ins Hotel. Doch die drei Blasen an meinen Füßen hatten sich gelohnt: Dieser Abend war einer der schönsten meines Lebens.
Gelassen verließen wir "Swifties" in einem einzigen Strom das Stadion. Manche kauften sich noch ein T-Shirt als Erinnerung, andere blieben bei kleineren Künstlern stehen, die im Olympiapark nochmal Lieder von Swift coverten. Doch meine Füße trugen mich direkt in mein kuscheliges Hotelbett – um mir nochmal meine Videos von der "Eras Tour" anzuschauen.
Nach einem Jahr ist es vorbei
Ein Jahr habe ich mich auf das Konzert gefreut. Mir Outfit-Ideen überlegt, noch schnell ein Hotel gebucht und die richtigen Zugverbindungen gefunden. Mich mit anderen "Swifties" zum Freundschaftsarmband-Basteln getroffen. Sogar meine Kollegen in der Redaktion freuten sich mit mir – und bekamen sogar Perlenarmbänder als Andenken.
Jetzt erlebe ich etwas, was in den Sozialen Medien von anderen Fans als "Post Concert Depression" bezeichnet wird. Das bedrückende Gefühl, dass dieses Großereignis, worauf ich mich monatelang freute, jetzt vorbei ist.
"There is glitter on the floor after the party" - Taylor Swift in "New Year's Day"
Doch was bleibt, sind die Erinnerungen, die Freundschaftsarmbändchen und neue Bekanntschaften aus ganz Deutschland und sogar aus Amerika, die ich für immer mit diesem besonderen Abend verbinden werde.