Wandertipp

Birkenaus schönste "Außenseiter"

Der Wanderweg B7 führt vom Zentrum aus auf die Höhenwege der Ortsteile. Bei schönem Wetter locken grandiose Ausblicke und vielleicht auch Bisons

Liege und "Mein Odenwald"-Herz an der Wegkreuzung oberhalb von Schimbach. Foto: Anja Treiber
Liege und "Mein Odenwald"-Herz an der Wegkreuzung oberhalb von Schimbach.

Unsere allererste Tour in der inzwischen langen Reihe von WNOZ-Wandertipps führte im April 2021 nach Birkenau, wo wir die knapp zehn Kilometer von Reisen aus in Angriff nahmen. Der letzte Tipp des Jahres 2024 startet ebenfalls wieder in Birkenau, diesmal im Zentrum am Bahnhof. Wir nehmen den B7 unter die Füße, eine der schönsten, abwechslungs- und aussichtsreichsten Wanderungen, der durch den Ortsteil Hornbach und an Löhrbach vorbei führt. Immer wieder laden grandiose Ausblicke ins Weschnitztal und in die Rheinebene bis zum Pfälzer Wald zum Verweilen ein. Diese gut zehn Kilometer lohnen sich definitiv.

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"Dorf der Sonnenuhren"

Vom Bahnhof aus geht es die Bahnhofstraße an den Schienen der Weschnitztalbahn entlang Richtung Langenberg. Schon nach wenigen Metern ist der an einer Straßenecke gelegene Birkenauer Sonnenuhren-Garten erreicht, wo zehn verschiedene Sonnenuhren ausgestellt sind. Birkenau hat sich als „Dorf der Sonnenuhren“ mit über 150 Exemplaren ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen.

Foto: Open Street Maps / Peter Niklaus

Wir überqueren die Schienen, der B7 ist an Laternenpfählen gut markiert. Nach etwa 500 Metern geht es von der Ringstraße erneut über die Bahnlinie ab in den Dornweg und von hier „Am Scheresberg“ hinauf Richtung Waldfriedhof. Am Ortsrand biegen wir in den Wald ab, Birkenau zu unseren Füßen liegend gegenüber thront die Weinheimer Wachenburg. Nach etwas mehr als einem Kilometer seit dem Start geht es vom Waldweg leicht links ab auf einen unter dem Laub kaum noch erkennbaren naturbelassenen Waldpfad, immer weiter bergab. Der Pfad schlängelt sich durch einen Buchenwald, führt dann an einer Koppel entlang und um den Birkenauer Waldfriedhof herum, den wir nach 1,8 Kilometern der Gesamtstrecke passiert haben.

Die bebilderten Fachwerkbauten am Klingenhof erzählen Geschichten. Foto: Anja Treiber
Die bebilderten Fachwerkbauten am Klingenhof erzählen Geschichten.

Am Reitplatz vorbei geht es auf dem Fahrtweg noch ein Stück bergauf bis zu einer Bank, von wo aus sich ein sehr hübscher Ausblick über die Birkenauer Ortsteile Hornbach und Reisen bietet. DerWeg hinunter nach Hornbach führt an den Gebäuden des Klingenhofs vorbei. Hier kann man frische Milch tanken und die Wandmalereien der Gebäude bestaunen, die teils seit dem 16. und 17. Jahrhundert bestehen. An der Ortsstraße angekommen biegen wir nach links ab, immer der B7-Markierung folgend. Dann geht es die Höhenstraße hinauf, wo wir nach 3,2 Kilometern der Strecke rechts abbiegen auf einen Höhenweg, der uns anderthalb Kilometer bis zu einer Wegkreuzung führt, wo eine Liege zum Verweilen einlädt. Direkt nebenan steht das übergroße Metallherz „Mein Odenwald“ – mit Blick auf Ober-Mumbach bestens geeignet für ein Fotomotiv.

Grandiose Höhenwege

Der B7 biegt rechts ab an Obstbäumen vorbei bis es vom Feldweg ab hinunter auf die Straße geht. Wir haben den Mörlenbacher Ortsteil Rohrbach erreicht, wo früher der „Lindenhof“ zur Einkehr einlud. Der B7 führt aber nicht Richtung Hof, sondern gerade aus weiter an zwei Weihern vorbei bis hinauf zum höchsten Punkt der Tour auf 400 Meter.

B7 und B9 verlaufen bei Löhrbach als Wittelsbacher Grenzweg parallel. Foto: Anja Treiber
B7 und B9 verlaufen bei Löhrbach als Wittelsbacher Grenzweg parallel.

Nach knapp sieben Kilometern der Strecke ist die Kreuzung des B7/Gelber Punkt mit dem Wittelsbacher Grenzweg erreicht. Auf ihn biegen wir nach links ab. Früher diente sein Verlauf als Grenzlinie zwischen den konkurrierenden Kurfürstentümern Pfalz und Mainz. Eine gut erhaltene Grenzsteinreihe mit den Wappenbildern Rad und Raute bezeugt die historische Bedeutung dieser Anhöhe. Das Landesdenkmalamt hat den Grenzweg als Kulturdenkmal ausgewiesen.

Die Reisacker-Schutzhütte lädt schon wegen der Aussicht zum Rasten ein. Foto: Anja Treiber
Die Reisacker-Schutzhütte lädt schon wegen der Aussicht zum Rasten ein.

Den Birkenauer Ortsteil Löhrbach und den Lammershof als Einkehrmöglichkeit unter uns lassend, laufen wir an der Bison-Weide am Waldrand und über die Wiese entlang bis zu einem Picknickplatz, wo eine Schautafel die Geschichte des Grenzwegs zwischen Kurpfalz und Kurmainz erklärt. Oberhalb des Waldes geht es dann rechts ab, ein Hohlweg führt hinunter zur Reisacker-Schutzhütte. Der Blick ins Weschnitztal und den Odenwald ist von hier aus sehr beeindruckend. Wieder im Ort angekommen geht es über die Sandbuckelgasse und Obergasse zurück zum Bahnhof.