Opfer rechten Terrors

20 Jahre nach NSU-Mord: Kassel erinnert an Halit Yozgat

Bis zu 450 Menschen versammeln sich in Kassel, um an den ermordeten Halit Yozgat zu erinnern. Oberbürgermeister Schoeller mahnt: «Wir dürfen nicht vergessen, wie gefährlich Rechtsextremismus ist.»

Dieser Tag habe eine besondere Bedeutung für die Familie Yozgat, die Stadt und die Gesellschaft, erklärte Kassels OB Schoeller. Foto: Swen Pförtner/dpa
Dieser Tag habe eine besondere Bedeutung für die Familie Yozgat, die Stadt und die Gesellschaft, erklärte Kassels OB Schoeller.

Kassel (dpa/lhe) - Bei einer Gedenkfeier in Kassel haben Hunderte Menschen an den von der Terrorzelle «Nationalsozialistischer Untergrund» (NSU) ermordeten Halit Yozgat erinnert. Der damals 21-jährige türkischstämmige Besitzer eines Internet-Cafés wurde am 6. April 2006 erschossen. Yozgat war das neunte und jüngste Opfer der rassistisch motivierten Mordserie, die sechs Jahre lang deutsche Großstädte erschütterte.

Kassels Oberbürgermeister Sven Schoeller (Grüne) sagte nach Angaben der Stadt, der 6. April habe eine besondere Bedeutung für die Familie Yozgat, die Stadt und die Gesellschaft. «Wir erinnern uns an Halit, der vor 20 Jahren brutal aus dem Leben gerissen wurde. Wir mahnen, weil wir nicht vergessen dürfen, wie gefährlich Rechtsextremismus für unsere Gesellschaft ist.»

Die Stadt Kassel hatte gemeinsam mit der Familie Yozgat zu der öffentlichen Gedenkveranstaltung zum 20. Todestag aufgerufen. Nach Angaben der Polizei versammelten sich bis zu 450 Menschen auf dem Halitplatz, später ging die Veranstaltung in einem Saal weiter. 

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Impressum

Auch Alt-Bundespräsident Christian Wulff (CDU) sowie Halit Yozgats Vater Ismail Yozgat wollten Worte an die Teilnehmer richten.