Anhaltende Trockenheit

Angler retten Fische aus fast ausgetrocknetem Kanal

Viele Gewässer in und um Freiburg sind innerhalb der letzten Wochen und Monate nahezu ausgetrocknet. Der Angelsportverein versucht an Fischen zu retten, was noch zu retten ist.

Die Lage in Freiburg ist teils dramatisch. Foto: Silas Stein/dpa
Die Lage in Freiburg ist teils dramatisch.

Freiburg (dpa/lsw) - Mit Keschern im Schlamm: Mitglieder des Angelsportvereins Freiburg versuchen, die letzten überlebenden Fische aus dem fast ausgetrockneten Gewerbekanal zu retten. Nur noch fünf bis sechs Zentimeter Wasser stehen stellenweise in dem Kanal, der normalerweise durchgängig Wasser führt. «Alles ist tot an den Stellen, die ausgetrocknet sind», sagte der erste Vorsitzende des Vereins, Franz Bühler. Tausende Fische in und um Freiburg seien bereits gestorben.

Zahlreiche Bürger hatten den Verein auf die Notlage am Gewerbekanal aufmerksam gemacht, so Bühler. Den jährlichen Bachabschlag, bei dem der Kanal planmäßig abgelassen wird, kennt der Verein - aber anderweitig habe man ihn so noch nicht gesehen.

Lage ist dramatisch

Die verbliebenen Fische werden mit Keschern gefangen und in den Dietenbach umgesetzt, der noch einigermaßen Wasser führt. Dort habe der Verein schon zuvor Fische aus dem Gewerbekanal eingesetzt. Keine einfache Aufgabe: «Die Fische sind noch sehr wendig und schnell - mit dem Kescher ist es gar nicht so einfach, sie zu kriegen», sagte Bühler. Einen Teil werde man retten, ein Teil werde zurückbleiben.

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Wo die Sonne hinscheint, ist der Gewerbekanal völlig ausgetrocknet. Foto: Silas Stein/dpa
Wo die Sonne hinscheint, ist der Gewerbekanal völlig ausgetrocknet.

Dass ausgerechnet die aktuelle Stelle im Kanal noch Fische beherbergt, hat einen Grund: Sie liegt im Schatten und kühlt nachts etwas ab. Das habe den Tieren bislang das Überleben ermöglicht. Der Teil des Kanals, auf den die Sonne scheint, ist völlig ausgetrocknet. Ist der Kanal wieder geflutet, kämen erfahrungsgemäß neue Fische hinein.

«Die Lage ist wirklich dramatisch», sagte Bühler. Der Verein hoffe nun auf Regen und sinkende Temperaturen in der kommenden Woche - dann hätten auch die verbliebenen Fische im Kanal womöglich noch eine Chance.