Waffenruhe in Nahost

Antisemitismusbeauftragter: Zu wenig Einsatz für Geiseln

Unter den Geiseln im Gazastreifen sind auch Verschleppte mit deutschen Pässen. Kümmert sich Berlin genug um sie? Hessens Antisemitismusbeauftragter macht der Bundespolitik schwere Vorwürfe.

Im schwer zerstörten Gazastreifen sollen weiterhin auch Geiseln mit deutschen Pässen festgehalten werden. (Archivbild) Foto: Jehad Alshrafi/AP/dpa
Im schwer zerstörten Gazastreifen sollen weiterhin auch Geiseln mit deutschen Pässen festgehalten werden. (Archivbild)

Wiesbaden (dpa) - Der hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker hat das aus seiner Sicht unzureichende Engagement des Bundes für deutsche Geiseln im Gazastreifen als Schande bezeichnet. Mit Blick auf die angekündigte Freilassung der Deutsch-Israelis Arbel Yehud (29) und Gadi Moses (80) sowie fünf thailändischer Arbeiter teilte Becker mit: «Dass nach wie vor auch Deutsche in den Terrortunneln der Hamas gefangen gehalten werden, ist den wenigsten bewusst.» Er fuhr fort: «Es ist eine Schande, dass dies in der deutschen Politik kaum eine Rolle spielt.» 

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Hilfen für Gaza einfrieren?

Nötig sei mehr Solidarität «mit unseren Terroropfern», denn auch nach der laufenden Waffenruhe blieben weiterhin Deutsche in der Geiselhaft. Becker betonte: «Wenn Deutschland schon seine Hilfen für Gaza wieder aufstockt, dann muss der Bund auch sein Engagement für unsere Leute aufstocken, andernfalls sollte man die Hilfen einfrieren, bis alle Geiseln freigelassen werden.» 

Terroristen der Hamas und anderer extremistischer Gruppen hatten bei ihrem Überfall am 7. Oktober 2023 auf Israel, bei dem rund 1.200 Menschen getötet wurden, mehr als 250 Israelis als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt. Das war der Auslöser des dortigen Kriegs.