Um fast 10 Prozent

Arbeitsagentur: Rückgang bei Berufsausbildungsstellen

Die Krise der Wirtschaft schlägt laut Arbeitsagentur auf den Ausbildungsmarkt im Südwesten durch. Deutlich weniger Ausbildungsstellen wurden zuletzt gemeldet. Was bedeutet das für junge Menschen?

Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit wurden im Mai weniger Berufsausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahresmonat. (Symbolbild) Foto: Oliver Berg/dpa
Nach Angaben der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit wurden im Mai weniger Berufsausbildungsstellen gemeldet als im Vorjahresmonat. (Symbolbild)

Stuttgart (dpa/lsw) - Wer sich für eine Berufsausbildung in Baden-Württemberg interessiert, der hat in diesem Jahr deutlich weniger Auswahl. Vorläufigen Zahlen zufolge sind im Mai dieses Jahres 60.739 Berufsausbildungsstellen gemeldet gewesen, im Vergleich zum Vorjahresmonat sind das 9,3 Prozent weniger, wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit in Stuttgart mitteilte.

«Die Wirtschaftskrise ist am Ausbildungsmarkt angekommen», teilte die Arbeitsagentur mit. Zwar gebe es noch immer mehr Ausbildungsstellen als Bewerberinnen und Bewerber, aber die Schere schließe sich.

Betriebe sollten jungen Menschen eine Perspektive geben, sagt Martina Musati. (Archivbild) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Betriebe sollten jungen Menschen eine Perspektive geben, sagt Martina Musati. (Archivbild)

Der Ausbildungsmarkt in Baden-Württemberg böte weiterhin gute Chancen auf eine Ausbildung, sagte die Chefin der Regionaldirektion, Martina Musati, laut Mitteilung. In ganz Baden-Württemberg seien noch ausreichend Ausbildungsstellen frei. Wer jetzt noch auf der Suche zum Ausbildungsstart im September sei, solle sich rasch bei der Berufsberatung melden. «Die Betriebe bitte ich, trotz schwieriger wirtschaftlicher Lage an ihrer Ausbildungsbereitschaft festzuhalten und den jungen Menschen eine Perspektive zu geben», sagte Musati.

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Jugendarbeitslosigkeit auf hohem Niveau

Junge Menschen haben derzeit auf dem Arbeitsmarkt zu kämpfen. Im Juni dieses Jahres waren Angaben der Regionaldirektion zufolge 24.799 Menschen von 15 bis unter 25 Jahren arbeitslos – mehr seien es in einem Juni in den vergangenen Jahren nur während der Corona-Pandemie 2020 gewesen (27.456). Bei Menschen von 25 bis unter 35 Jahren waren im Juni rund 66.900 arbeitslos.

Überdurchschnittliche Steigerungsraten habe es bei jungen Menschen mit einer Ausbildung oder mit einem Studium gegeben. Allerdings hätten diese Personen weiterhin eine deutlich bessere Chance, schnell die Arbeitslosigkeit wieder zu beenden, da vier von fünf offenen Stellen auf Fachkräfteniveau oder höher liegen. Sorgen bereiten der Arbeitsagentur vielmehr die zuletzt rund 17.000 Arbeitslosen unter 25 Jahren sowie die über 32.000 Arbeitslosen unter 35 Jahren, die keine abgeschlossene Berufsausbildung haben.