Bestürzung nach antisemitischem Vorfall in Frankfurt
Frankfurt (dpa/lhe) - Nach dem antisemitischen Vorfall in Frankfurt am Samstagabend haben sich der Oberbürgermeister der Stadt, Mike Josef (SPD), und die Jüdische Gemeinde Frankfurt am Main erschüttert gezeigt. «Wir sind bestürzt über den antisemitischen Vorfall und verurteilen Angriffe auf Jüdische Bürgerinnen und Bürger in unserer Stadt klar und deutlich», teilte Josef am Sonntag mit. Sein Dank gehe an die Polizei für ihr schnelles und klares Handeln. «Gut, dass die Täter zügig festgenommen wurden.»
Es sei Strafanzeige gestellt worden und man hoffe nun, dass auch strafrechtlich Konsequenzen gezogen würden, teilte die Jüdische Gemeinde Frankfurt mit. «Aus der geschichtlichen Erfahrung wissen wir nämlich, dass viel zu oft aus Worten leichtfertig Taten werden.» Somit müsse auch Beleidigungen mit allen rechtsstaatlichen Mitteln entgegengetreten werden.
In Frankfurt waren am Samstagabend nach Angaben der Polizei zwei Männer jüdischen Glaubens vor einem Hotel antisemitisch beleidigt worden. Sie waren demnach im Rahmen der jährlichen Ratsversammlung des Zentralrats der Juden in Deutschland dort zu Gast. Die Polizei nahm drei Tatverdächtige noch vor Ort fest.
Nur drei Tage nach dem Gedenken an die 85 Jahre zurückliegende Reichspogromnacht und mehr als vier Wochen nach dem Terrorangriff auf Israel, in dessen Zuge ein offener und aggressiver Antisemitismus in Deutschland zutage getreten sei, müsse man leider feststellen, dass der Judenhass immer unverhohlener werde, erklärte die Gemeinde. «Lassen wir es nicht zu, dass Antisemitismus in Frankfurt alltäglich wird. Stehen wir zusammen als Gesellschaft gegen Antisemitismus.»