TV-Ausblick

Blutspur zum Riesenrad - Neue Folge «Die Toten vom Bodensee»

Eine Frauenleiche wird in einer Gondel gefunden. Tarot-Karten, Aberglaube und viele Verdächtige beschäftigen die Ermittler. War das Opfer verflucht oder ist es aus irdischen Motiven umgebracht worden?

Maria Eisler und Micha Oberländer verschlägt es in ihrem neuen Fall auf den Jahrmarkt. In einer Riesenrad-Gondel wurde die Leiche einer Frau gefunden. Foto: Manuel Paul/ZDF/dpa
Maria Eisler und Micha Oberländer verschlägt es in ihrem neuen Fall auf den Jahrmarkt. In einer Riesenrad-Gondel wurde die Leiche einer Frau gefunden.

Bregenz (dpa) - TV-Kommissar Micha Oberländer ist ziemlich unbeeindruckt, als die Wahrsagerin ihm ungefragt Tarot-Karten legt - und schließlich eine mit einem Skelett samt Sense umdreht. «Der Tod», sagt der Mordermittler trocken. «Schade. Ich hatte gehofft, es wär' origineller.»

Da steckt Oberländer (Matthias Koeberlin) noch mitten im aktuellen Fall: Eine junge Frau hatte sich in den frühen Morgenstunden blutverschmiert über den geschlossenen Jahrmarkt bis zum Riesenrad geschleppt. Ihre Leiche liegt in einer der Gondeln. 

Das ZDF zeigt die neue Folge «Schicksalsrad» aus der Serie «Die Toten vom Bodensee» am Montag (13.4.) um 20.15 Uhr und schon jetzt zum Abruf im ZDF-Streamingportal. 

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Mit «dem bösen Blick» verflucht 

Die Frau wurde wahrscheinlich mit einem Schraubenzieher umgebracht, stellt das Team noch an Ort und Stelle fest. Beim Opfer finden die Ermittler weder einen Pass noch ein Handy - dafür aber auch hier eine Tarot-Karte. 

Wie es sich für das beliebte deutsch-österreichische Format gehört, dreht sich auch der 24. Fall um Mystik, Spuk - und am Ende doch recht irdische Erklärungen für das Geschehene. So führt die Kamera zeitweilig durch eine Geisterbahn, in der der Gruselfaktor recht einfach einzufangen ist. 

Zudem soll die Getötete abergläubisch gewesen sein. Neben der Tür ihres Wohnwagens hängt die «Hand der Fatima» als Schutzsymbol. Im Inneren baumelt unter anderem ein Traumfänger. Der Vater soll überzeugt gewesen sein, dass «der böse Blick» wie ein Fluch auf der Familie laste. 

Mehrere mögliche Mordmotive

Nachdem sich eine Schaustellergemeinschaft zunächst zugeknöpft gibt, finden Oberländer und seine noch recht neue Kollegin Mara Eisler (Anna Werner Friedmann) heraus, dass die junge Frau Teil der Gruppe war: Die 19-jährige Lorena war mit ihrem Vater illegal aus Armenien eingewandert, arbeitete auf dem Jahrmarkt, war mathematisch sehr begabt, hatte in einer Buchhaltung Fehler gefunden - und war schwanger. Aber nicht von ihrem Freund.

So tut sich gleich eine ganze Reihe an Verdächtigen und möglichen Mordmotiven auf. Die Polizei arbeitet sie Schritt für Schritt ab und entdeckt dabei auch neue mögliche Ermittlungsansätze. Derweil fängt die Kamera beim Blick nach oben gen Riesenrad und Kettenkarussell die tristen Seiten des Rummellebens ein. Alles steht still im Grau, keine Lichter funkeln. 

Warnende Worte

«Die Toten vom Bodensee» erfreuen sich seit 2014 konstanter Beliebtheit: Weit über sechs Millionen Menschen schalten bei den Erstausstrahlungen ein, was in der Regel gut einem Viertel Marktanteil entspricht. Auch in der ZDF-Mediathek ist es eine der starken Reihen aus der Rubrik «Fernsehfilm der Woche».

Micha Oberländer ist von Anfang an als Kommissar dabei. Und so kann das Publikum auch in der neuen Episode seine persönliche Geschichte weiter verfolgen: Nach einer gefühlten Ewigkeit zieht Kriminalchefinspektor Thomas Komlatschek (Hary Prinz) bei ihm aus, was einst als Notlösung begann. 

Dass die beiden, nach wie vor förmlich-distanziert, sich irgendwie dann doch ans Herz gewachsen sind, wird selbst bei dem beiläufigen Abschiedsgespräch deutlich. «Die Frage ist nur: Kommen Sie auch ohne mich zurecht», sagt der Chef zu seinem Ermittler. Und der versucht es mit einem humorigen Spruch: «Solange ich wieder nackt durchs Haus laufen kann, ist alles okay.»

Da überrascht es nicht, dass Oberländer mehr mit seiner Höhenangst bei einer Tour im Riesenrad hadert als mit der Warnung der Wahrsagerin. Die gibt ihm mit auf den Weg: «Wer sein Schicksal kennt, kann ihm mutig entgegentreten.»