Wirtschaftskrise

Bosch baut bisher 6.000 Stellen in Deutschland ab

Abfindungen, Vorruhestand, interne Wechsel: Bosch versucht den Jobabbau sozialverträglich zu gestalten. Doch viele Beschäftigte fragen sich, was das für ihre Zukunft bedeutet.

Bei Bosch sind bisher 6.000 Stellen in Deutschland weggefallen. (Foto-Archiv) Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Bei Bosch sind bisher 6.000 Stellen in Deutschland weggefallen. (Foto-Archiv)

Stuttgart (dpa/lsw) - Der Technologiekonzern Bosch hat in der Mobilitätssparte bisher rund 6.000 Stellen in Deutschland abgebaut. Das sagte Bosch-Chef Stefan Hartung der «Stuttgarter Zeitung» und «Stuttgarter Nachrichten». Der weltgrößte Autozulieferer reagiert auf die sich wandelnde Branche und die verhaltene Nachfrage nach Elektroautos unter anderem mit einem großangelegten freiwilligen Abbauprogramm beim Personal. Insgesamt sind davon in der Kfz-Sparte rund 22.000 Stellen am Standort Deutschland betroffen, die in den nächsten Jahren wegfallen sollen. 

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Hartung sagte weiter: «Der größte Weg liegt also noch vor uns.» Darüber hinaus habe man in den Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern in den vergangenen Monaten Abschlüsse an fast allen betroffenen Standorten erreicht. «Das war für beide Seiten sehr anspruchsvoll, aber leistet einen entscheidenden Beitrag zur Schließung der Kostenlücke und damit zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Bosch», betonte der 60-Jährige, der seit 2022 Vorsitzender der Geschäftsführung ist.

Der Konzern hat für 2025 Rückstellungen in Höhe von 2,7 Milliarden Euro für den Stellenabbau gebildet. Auf dem Papier seien damit alle finanziellen Lasten berücksichtigt, wurde Hartung weiter zitiert: «In der Realität natürlich noch nicht.» Die Rückstellungen zögen die Belastungen bei den Gewinnen vor, aber das Geld für ausscheidende Beschäftigte werde erst in den kommenden Jahren abfließen.

2025 hat Bosch laut dem Bericht knapp 900 Millionen Euro an scheidende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgezahlt. «Die restlichen Mittel werden erst in den Folgejahren eingesetzt,» sagte der Konzern-Chef, «die eigentliche Liquiditätsbelastung kommt also noch.»

Unternehmen setzt auf sozialverträglichen Stellenabbau

Eine Bosch-Sprecherin sagte, mit Angeboten für Vorruhestand und Altersteilzeit, auf Freiwilligkeit basierenden Abfindungen und Vermittlung auf andere interne oder externe Stellen soll der an den Standorten erforderliche Personalabbau möglichst sozialverträglich umgesetzt werden. «Die lokalen Vereinbarungen sehen auch Maßnahmen wie Investitionen in Zukunftsfelder und die Sicherung von Ausbildungsabteilungen vor.» Das leiste einen entscheidenden Beitrag zur Schließung der Kostenlücke von jährlich 2,5 Milliarden Euro bei der Mobilitätssparte und damit zur Sicherung der Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit von Bosch.