Feuer in der Stadt

Brand in Altstadt: Riskanter Balanceakt für die Feuerwehr

Wie schmale Gassen, alte Fachwerkbauten und winzige Fenster die Arbeit der Brandschützer erschweren - und welche Tücken das Löschwasser birgt.

Brände in einer Altstadt können sich rasant ausbreiten. Foto: Sebastian Gollnow/dpa
Brände in einer Altstadt können sich rasant ausbreiten.

Marburg (dpa/lhe) - Brände in einer historischen Altstadt mit Fachwerkhäusern und engen Gassen wie jetzt in Lauterbach stellen die Feuerwehr vor eine besondere Herausforderung. «Die dichte Bebauung und der Zustand der Häuser sind die großen Probleme», erklärte der stellvertretende Leiter der hauptamtlichen Feuerwehr Marburg, Marc-Philip Preis. Zudem seien - wie auch in der Altstadt der Universitätsstadt - die Straßen sehr schmal, so dass es für die Einsatzfahrzeuge im wahren Wortsinn eng werden könne. Zum Teil kommen sie nicht direkt bis zur Brandstelle, deshalb müssten etwa Leitern getragen werden. 

Zwar seien Fachwerkhäuser mit sogenannten Brandwänden versehen, durch die das Feuer nicht durchkomme. Doch die Flammen breiteten sich über die Dächer der eng aneinander stehenden Gebäude aus. «Bei dem Brand eines einzelnen Gebäudes auf einem Grundstück können wir uns auf die Menschenrettung und den Erhalt des Gebäudes konzentrieren. In der Altstadt müssen wir auch die Ausbreitung verhindern», sagte der Fachmann. 

Lehm quillt auf

Zudem wissen die Feuerwehrleute nicht, wie lange die alten Balken den Flammen trotzen und sie Retter in das Gebäude schicken können. Auch sauge der Lehm das Löschwasser auf und quelle - auch dies könne zu einem Zusammenbruch des Gebäudes führen. Ein weiteres Problem seien die kleinen Fenster. «Manche sind so klein, dass eingeschlossene Menschen nicht raus- und wir nicht reinkommen», so Preis.

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