Literatur

Frankfurter Buchmesse erwartet kräftiges Besucherplus

Die Buchmesse feiert 75. Geburtstag. Zum Jubiläum kommen so bedeutende Gäste wie Salman Rushdie. Der Messeturm wird durch digitale Zauberhand zum größten Bücherstapel der Welt.

Die Frankfurter Buchmesse feiert ihr 75. Jubiläum. Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Die Frankfurter Buchmesse feiert ihr 75. Jubiläum.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Frankfurter Buchmesse erwartet im Jubiläumsjahr ein kräftiges Besucherplus. Die Messe werde im 75. Jahr ihres Bestehens «rappelvoll», sagte Buchmessen-Direktor Juergen Boos am Mittwoch in Frankfurt. Die Ticketverkäufe lägen 50 bis 60 Prozent über dem Vorjahr und seien sogar höher als im Jahr vor der Pandemie. 2019 waren mehr als 300 000 Besucher nach Frankfurt gekommen, 2022 waren es 180 000 gewesen.

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Auch die Zahl der Aussteller hat zugelegt. Im vergangenen Jahr waren es rund 4000 aus knapp 100 Ländern gewesen. In diesem Jahr haben sich Boos zufolge zehn Prozent mehr Aussteller als 2022 angemeldet. Besonders gewachsen ist das Agentenzentrum, wo die internationalen Rechte gehandelt werden. In diesem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bereich stehen 20 Prozent mehr Fläche zur Verfügung. «Wir hätten aber noch viel mehr verkaufen können», sagte Boos.

Die Frankfurter Buchmesse findet vom 18. bis 22. Oktober statt. Zum Eröffnungsfestakt am 17. Oktober hat sich Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigt. Ehrengast ist in diesem Jahr Slowenien. Salman Rushdie erhält zum Abschluss der Messe den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels. Der indisch-britische Autor, der nach jahrelanger Verfolgung durch islamische Extremisten 2022 bei einem Attentat schwer verletzt wurde, will auch an einer Literaturgala teilnehmen und mit Journalisten sprechen.

«Die Branche braucht die Buchmesse als Kraftquelle und Inspiration», sagte Boos. Die internationalen Gäste seien zurück, Indien und China seien «so stark wie noch nie» in Frankfurt vertreten. Rechte Verlage, die in den vergangenen Jahren immer wieder Gegenstand erbitterter Debatten waren, seien in diesem Jahr so gut wie nicht vertreten. Russland habe - anders als die Ukraine - auch in diesem Jahr keinen Nationalstand.

Anlässlich des Jubiläums werden auf dem Paulsplatz 75 Regiestühle aufgebaut, auf denen Besucher über einen QR-Code 75 persönliche Geschichten aus 75 Jahren Buchmesse hören können. Der Messeturm wird mit Hilfe einer Digitalagentur - durch eine VR-App betrachtet - zum größten Bücherstapel der Welt. In einem von 75 Bücherschränken in der Stadt wird ein «goldenes Ticket» versteckt, das Zugang zu allen Buchmesse-Veranstaltungen ermöglicht.

Einiges hat die Buchmesse neu organisiert: Statt stundenlangem Anstehen an Ständen überall auf der Messe gibt es erstmals ein «Meet the Author»-Areal, in dem man vorab einen Termin buchen kann. Die Publikumsveranstaltungen in der Stadt («Bookfest») finden erstmals ausschließlich in Buchhandlungen, Büchereien und Bibliotheken statt. Neu ist auch ein spezielles Angebot für Familien unter dem Namen «Frankfurt Kids Festival».